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„Unser Wasser ist in Gefahr!“ : Limmat in Zürich giftgrün gefärbt

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Die sonst so klare Limmat, plötzlich giftgrün Bild: dpa

Auf einmal war der Fluss, der mitten durch die Innenstadt Zürichs fließt, in grelles grün getaucht. Gleichzeitig machten Aktivisten am Ufer auf die Probleme der Klimakrise aufmerksam – nun ermittelt die Polizei.

          Die sonst so tiefblaue, bei Badenden beliebte Limmat in Zürich war plötzlich giftgrün: Nach der Färbung des Flusses ermittelt die Polizei gegen unbekannt. Es soll sich um eine Aktion von Klimaaktivisten handeln, aber die Polizei hatte bis Mittwoch keine verdächtigen Personen identifiziert, wie ein Polizeisprecher sagte. Unter anderem werde geprüft, ob die Verursacher für den Polizeieinsatz zur Kasse gebeten werden können.

          Klimaaktivisten hatten sich am Dienstagnachmittag im Stadtzentrum in dem plötzlich neongrünen Fluss treiben lassen. Am Ufer sprachen sie mit Passanten über Klimaprobleme. Nach etwa einer halben Stunde war der Farbeffekt verschwunden. Die Gruppe „Extinction Rebellion Zürich“ veröffentlichte auf Facebook einen Film der Aktion: „Rebellieren oder Untergehen“. In einem zweiten Beitrag schrieb die Gruppe: „Die Limmat ist grün, das ist keine Übung! Unser Wasser ist in Gefahr!“ Ein klares Bekenntnis zu der Aktion enthielten beide Beiträge jedoch nicht.

          Das Wasser sei mit Uranin verfärbt worden, einem wasserlöslichen Natriumsalz, teilte die Polizei mit. Es sei nach Untersuchungen des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) für Menschen und Umwelt ungefährlich. Dennoch ermittelten die Beamten wegen möglicher Verstöße gegen das Gewässerschutzgesetz. Ob es zu einer Anklage komme, entscheide die Staatsanwaltschaft, teilte die Polizei mit.

          Die Limmat ist gerade bei Schwimmern im Sommer sehr beliebt – auch wegen ihres klaren Wassers

          „Extinction Rebellion“ (Rebellion gegen das Aussterben) macht seit Ende 2018 weltweit immer wieder mit spektakulären Protestaktionen auf sich aufmerksam. Die Graswurzel-Bewegung mit Ablegern in verschiedenen Ländern will damit Regierungen zum Umdenken in der Klimapolitik bringen.

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