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Poker-Weltmeister Pius Heinz : „Das meiste Geld werde ich sehr konservativ anlegen“

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Der deutsche Poker-Weltmeister Pius Heinz über seine Lässigkeit im Finale, das Pokern am Küchentisch und das, was er mit den gewonnenen Millionen vor hat.

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          Mit den richtigen Karten und guten Nerven hat der 22jährige Pius Heinz geschafft, was noch keinem Deutschen vor ihm gelungen ist: Er gewann in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) die Poker-Weltmeisterschaft in Las Vegas. In einer 6,5 Stunden langen Partie besiegte er den Tschechen Martin Staszko. Heinz ist damit der zweitjüngste Sieger in der Geschichte des Wettbewerbs; er kann sich über ein Preisgeld von 8,71 Millionen Dollar (6,3 Millionen Euro) freuen. Sein „Markenzeichen und Glücksbringer“, den weißen Kapuzenpulli, wird er so schnell nicht in den Schrank hängen - Heinz will „weiterpokern und gewinnen“.

          Sie sind noch sehr jung und haben erst vor vier Jahren mit Poker begonnen. Trotzdem wirkten Sie im Finale sehr lässig - wie bekommt man die Anspannung bei einem so großen Wettbewerb in den Griff?

          Ich habe versucht, mich nicht verrücktmachen zu lassen und nicht so sehr darüber nachzudenken, was hier gerade von statten geht. Dass es das größte Poker-Event der Welt ist, bei dem es so viel Geld zu gewinnen gibt. Ich habe versucht, all das auszublenden und mich einfach nur auf das Pokern an sich zu konzentrieren. Man redet hinter den Kulissen mit den Spielern und die waren alle immer sehr nervös. Das war ich auch. Aber ich denke, dass ich damit noch einen Tick besser umgegangen bin.

          Ist Pokern für Sie Sport oder Spiel?

          Es ist ein Stück weit durchaus eine sportliche Herausforderung. Man sitzt sehr lange am Tisch. Das heißt, man muss körperlich und mental einfach fit bleiben. Da man die ganze Zeit nachdenkt, ist man sehr angespannt. Der Kopf arbeitet auf Hochtouren: Man versucht herauszufinden, was der Gegner macht, das ist anstrengend. Wenn ich mit Kumpels oder meiner Familie pokere, ist das nicht so. Dann steht der Spaß im Vordergrund, man trinkt nebenbei ein Bierchen und hat eine gute Zeit. Aber wenn man am Küchentisch pokert geht es auch nicht um 8,7 Millionen Dollar. Das macht die Sache ein bisschen entspannter.

          Was ist das nächste Ziel, das ein Poker-Weltmeister vor Augen hat?

          Ich will auf jeden Fall weiter Poker spielen und bin nun auch Mitglied vom Team „PokerStars“, die auch die European Poker Tour ausrichten, die größte Turnierserie nach der Weltmeisterschaft. Die zu gewinnen, ist ein großes Ziel von mir. Mein Studium (der Wirtschaftspsychologie) werde ich erstmal auf Eis legen, weil mir dafür wirklich total die Zeit fehlt.

          Wissen Sie schon, was Sie mit dem gewonnenen Geld machen wollen?

          Nein, so direkt noch nicht. Im Vorfeld war es für mich ein ganz großes Thema, mich nicht bekloppt zu machen und nicht so viel über das Geld nachzudenken. Jetzt, wo ich es gewonnen habe, ist es natürlich erstmal Wahnsinn. Aber ich bin noch nie jemand gewesen, der mit Geld um sich wirft. Das meiste werde ich sehr konservativ anlegen. Ansonsten gibt es unter den Freunden und vor allem in der Familie ein paar Leute, die sich über das eine oder andere Geschenk freuen können.

          Bei der Partie ging es um alles - oder nichts Bilderstrecke

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