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Peter Jackson bestätigt : Wie Weinstein die Karrieren dieser Schauspielerinnen zerstörte

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Schauspielerin Ashley Judd hatte nach ihrer Anfrage für die Trilogie nichts mehr von Regisseur Jackson gehört – wegen Harvey Weinstein. Bild: AP

16 Jahre nach dem ersten „Herr der Ringe“-Teil bestätigt Regisseur Peter Jackson, dass Harvey Weinstein ihn bei der Filmbesetzung maßgeblich beeinflusst hat. Zum Nachteil zweier Schauspielerinnen.

          „Herr-der-Ringe“-Regisseur Peter Jackson (56) wirft dem ehemalige Filmproduzenten Harvey Weinstein (65) eine Schmutzkampagne gegen Schauspielerinnen vor. Im Interview mit dem Online-Portal „Stuff“ bezeichnete der Oscar-prämierte neuseeländische Filmemacher Weinstein und dessen Bruder Bob als „zweitklassige Mafia-Rüpel“.

          In den 1990er Jahren habe er Mira Sorvino und Ashley Judd für seine „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Filmprojekte in Betracht gezogen. Doch die Weinstein-Brüder, damals bei Miramax, hätten vor beiden Schauspielerinnen gewarnt und die Zusammenarbeit mit ihnen als „Albtraum“ bezeichnet. Sorvino und Judd zählen zu Dutzenden Frauen, die Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben.

          Er habe damals auf die Weinstein-Brüder gehört, doch rückblickend glaube er, dass dies wohl eine „Schmutzkampagne in vollem Gange“ gewesen sei, sagte Jackson. Auch er habe ihre Methoden zu spüren bekommen, als die Weinstein-Brüder ihm drohten, ihm zu kündigen, falls er sich nicht an die Anweisungen für die „Herr der Ringe“-Filmreihe halte. Daraufhin wechselte Jackson zu einer anderen Produktionsfirma.

          Sorvino dankte Jackson am Freitag auf Twitter für seine ehrlichen Äußerungen. Sie sei in Tränen ausgebrochen. Dies sei die Bestätigung, dass Weinstein ihre Karriere zum Entgleisen gebracht habe, schrieb Sorvino.

          Judd reagierte in einem Tweet, dass sie sich gut an die damaligen Vorgänge erinnern könne und bedankte sich ebenfalls bei Jackson.

          Die Fantasy-Trilogien aus Mittelerde spielten weltweit Milliarden ein und gewannen zahlreiche Oscars.

          Harvey Weinstein ist inzwischen von seiner Firma entlassen und auch von der Oscar-Akademie ausgeschlossen worden. Er hat Fehlverhalten eingeräumt, aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurückgewiesen. Auch die Aussagen von Jackson dementierte sein Sprecher. Dutzende Frauen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor, einige auch Vergewaltigung.

          Schauspielerin Mira Sorvino antwortete in einem emotionalen Tweet auf Jacksons Bekenntnis.

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