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Persönlich : Rap, der Unvollendete

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Jay Z. (re.) und R. Kelly rappen wieder getrennt Bild: AP

Sie wollten, aber sie konnten dann doch nicht miteinander. Jay Z. und R. Kelly nahmen den Titel ihres gemeinsamen Albums „Unfinished Business“ allzu wörtlich. Dazu Persönliches von Blixa Bargeld, Eminem und anderen.

          „Unfinished Business“ - „Unerledigte Aufgaben“ heißt das kürzlich veröffentlichte Gemeinschaftsalbum des Rappers Jay-Z und des amerikanischen Rhythm-and-Blues-Sängers R. Kelly. Damit wäre auch die abrupt zu Ende gegangene Tournee der beiden schwarzen Stars des amerikanischen Musikgeschäfts gut beschrieben.

          Nach einem heftigen Streit, den die Sänger unter anderem im amerikanischen Hörfunk austrugen, will Jay-Z während der restlichen mehr als ein Dutzend Konzerte der "Best of Both Worlds"-Tour, die der Rapper eigentlich mit R. Kelly geben wollte, nun mit anderen Stars wie Sean, P.Diddy und Mariah Carey auftreten. "Die Situation ist nicht mehr zu retten", teilte Tourmanager Jeff Sharp mit, nachdem R. Kelly am Freitag ein Konzert im New Yorker Madison Square Garden abgebrochen hatte. Der Sänger teilte dem verwirrten Publikum von der Bühne aus mit, er sei während seines vorherigen Auftritts von zwei Zuschauern mit Pistolen bedroht worden. Deshalb könne er nicht weitersingen. Daraufhin wurde der Zuschauerraum nach Waffen durchsucht - ohne Ergebnis. Wie R. Kelly später im Hörfunk sagte, wollte er die Show dann fortsetzen, sei daran jedoch durch eine Pfeffersprayattacke gehindert worden, für die der Sänger Mitglieder von Jay-Zs Entourage verantwortlich macht. Der Rapper nannte die Vorwürfe "lächerlich" und beschuldigte R. Kelly, der wegen angeblicher "technischer Schwierigkeiten" schon frühere Tournee-Auftritte abgesagt hatte, ein unsicherer Egomane zu sein, der es nicht ertragen könne, daß die Fans ihn - Jay-Z - liebten.

          Blixa Bargeld will DDR architektonisch erhalten

          Der Sänger der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld, hat sich für den Erhalt des Palastes der Republik ausgesprochen. Bargeld kritisiert die „Tendenz, die DDR architektonisch zum Verschwinden zu bringen“. Trotz „grauenvoller Akustik“ geben die Einstürzenden Neubauten am Donnerstag ein Konzert im „Volkspalast“. Die Stahlträger sollen dabei klangtechnisch einbezogen werden.

          Blixa Bargeld: „Volkspalast” statt Stadtschloß

          Der Palast der Republik „sollte geschichtlich erhalten werden“, sagte Bargeld am Montag in Berlin. Am Potsdamer Platz sei exemplarisch abzulesen, wie Geschichte in Berlin zum Verschwinden gebracht werde. Das Stadtschloß, das anstelle des Palastes wieder aufgebaut werden soll, „war schon immer eine Katastrophe, auch als es noch im Original da stand“. Der Neubauten-Chef deutlich: „Ich bin für den Abriß des noch nicht wieder aufgebauten Stadtschlosses.“

          Disharmonie bei „Herman und Tietjen“

          Man muß weibliche C-Prominente nicht in den australischen Dschungel verfrachten, damit sie sich angiften. Man schicke sie einfach in ein Tonstudio. Das beste Beispiel dafür sind die Moderatorinnen Eva Herman und Bettina Tietjen, die im letzten Jahr zusammen eine CD mit Swing-Musik aufgenommen haben. Ihr Ausflug auf fremdes Terrain verhalf weder ihrer Plattenfirma zu Riesenumsätzen, noch bekam es ihrer gemeinsamen Talkshow "Herman und Tietjen" besonders gut.

          Weil Tietjen angeblich besser sang, Herman jedoch als prominentes Zugpferd das Interesse auf sich zog, kam es zum Eklat: Die beiden stritten sich so heftig, daß beinahe ihre gemeinsame Sendung ausgesetzt werden mußte. Mittlerweile hat die frische Herbstluft die Gemüter wieder etwas gekühlt. Ein weiteres Musikprojekt ist jedoch nicht in Planung.

          Die Sinnfindung des Marshall Bruce Mathers III.

          Merkwürdig brav ist "The Real Slim Shady" geworden: In der Dezember-Ausgabe von "Vanity Fair" verrät Rapstar Eminem, warum das so ist: "Nichts hat mich mehr zur Besinnung gebracht, als vor einem Richter zu stehen und das Gefühl zu haben, daß er mein Leben in der Hand hat." Seither habe er sich geschworen, so versichert Marshall Bruce Mathers III., den Rest seiner Tage als unbescholtener Bürger seiner Heimatstadt Detroit zu verbringen.

          Maria Shriver bricht sich den Fuß vor Begeisterung

          Von der Ekstase, so notierte die "New York Times" am Freitag, ging es geradewegs ins Existentielle. Daß die Boston Red Sox über die St. Louis Cardinals triumphierten und nach 86 Jahren die World Series gewannen, stürzte das halbe Land in Begeisterung - und ins Grübeln. Für Maria Shriver, Ehefrau Arnold Schwarzeneggers, galt das ganz konkret: Beim Jubel über den Erfolg ihrer Baseball-Lieblingsmannschaft brach sie sich vor dem Fernseher den Fuß, weil sie, nachdem sie aufgesprungen war, auf einem Schuh neben dem Sofa landete, den eines ihrer vier Kinder dort hatte liegenlassen.

          Aber auch Veteranen blieben nicht ungerührt. "Ich wünschte, ich wäre entspannter", sagte der 98 Jahre alte Nathan Levin, der 1918 den letzten Triumph in Fenway Park miterlebt hatte und nun vor dem Fernseher in Florida dabei war. "86 Jahre lang habe ich gewartet - und jetzt fehlen mir die Worte." Trotzdem fragt er: "Was machen wir jetzt?" Eine unheimliche Frage, denn nun sind die Bostoner nicht mehr die größten Underdogs, sondern die Größten-

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