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Persönlich : Felipe und Letizia auf dem Thron und Santa Claus mit Durchblick

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Schon eingesessen? Letizia und Felipe sind beliebt als Caganers Bild: dpa

Santa Claus gibt es nicht? In diesen Wochen schon - und Regierungsorganisationen wollen sogar seine Existenz nachweisen. Überhaupt weihnachtet es überall schwer, selbst auf stillen Örtchen.

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          Den Weihnachtsmann gibt es nicht? In diesen Wochen schon - und noch dazu bemühen sich Regierungsorganisationen, die Existenz von Santa Claus nachzuweisen. Mit einigem Erfolg, scheint es. Überhaupt weihnachtet es langsam schwer.

          Felipe und Letizia lassen die Hosen runter

          Krippenfigürchen, die Prominente beim Verrichten ihrer Notdurft zeigen, haben in der ostspanischen Region Katalonien eine lange Tradition. In diesem Jahr können erstmals Kronprinz Felipe und seine Angetraute Letizia auf dem etwas anderen „Thron“ die Krippen der spanischen Wohnzimmer schmücken. In ihrer Hochzeitskleidung und mit entblößtem Hinterteil sind die beiden Neuzugänge die Stars unter den sich erleichternden Puppen. Die Idee, den Toiletten-Spaß auf die Königsfamilie auszuweiten, hatten die Puppen-Herstellerin Anna Maria Pla und ihr Sohn Marc Alos aus Estartit bei Girona. „Wir haben nicht um ihre Erlaubnis gebeten“, sagen die beiden. Es habe sich jedoch noch niemand aus der Königsfamilie beklagt. Auch in den vergangenen Jahren habe es keine Beschwerden von Prominenten gegeben. Die Tradition, in den Weihnachtskrippen kleine Nachbildungen von Prominenten bei der Notdurft zu zeigen - sogenannte „Caganers“ - geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Das ist keineswegs böse gemeint, sondern soll auf humorvolle Art Fruchtbarkeit und Wohlstand symbolisieren und so das kommende Jahr einleiten. In diesem Jahr können unter anderen auch Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero sowie die Fußballer des FC Barcelona, Ronaldinho und Samuel Eto'o als „geschäftige“ Püppchen erworben werden.

          Schnappschüsse von Santa Claus sind selten, dieser von 1959

          Santa Claus sieht wieder infrarot

          Wenn der Weihnachtsmann am 24. Dezember vor Verfolgung sicher sein will, dann muß er als erstes sein rotnasiges Rentier Rudolph vom Schlitten abspannen. Denn Rudolphs glühende Nase kann von den Infrarotsatelliten des Nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos (Norad) geortet werden. Offenbar hat Santa Claus jedoch nichts dagegen, daß er auf seinem Rundflug von den Norad-Technikern verfolgt wird, denn sie werden an diesem Heiligabend schon zum 50. Mal dem Weihnachtsmann nachspüren. Sobald auf dem Radarschirm erkennbar ist, daß der Rentierschlitten am Nordpol gestartet ist, beginnt die Verfolgung Santas mit Satellitentechnik und speziellen Digitalkameras. Die Kameras senden dann am Heiligabend Bilder von verschiedenen Reisestationen des Weihnachtsmanns, die Kinder, die noch auf ihre Geschenke warten müssen, im Internet (www.nordsanta.org) betrachten können.

          Wenn der Weihnachtsmann auf seiner Wolken-Schlittenfahrt in den Luftraum Kanadas eindringt, muß er sich übrigens Ohrenschützer über die rote Mütze ziehen. Denn er wird über Neufundland von Kampfflugzeugen des Luftverteidigungskommandos willkommen geheißen, und die machen bekanntlich viel Krach. Rund ein Dutzend mit Santa-Spezial-Kameras ausgerüstete Kampfflugzeuge sind zur Begleitung des Weihnachtsmanns abgestellt. In Großbritannien wird dann der ehemalige Beatle Ringo Starr in Zusammenarbeit mit Norad als Santa-Spurenleser im Einsatz sein. Trotz intensiver und langjähriger Forschung und Beobachtung hat das Luftverteidigungskommando allerdings einige Geheimnisse des Weihnachtsmanns noch nicht ergründen können. So ist den Militärwissenschaftlern nach wie vor ein Rätsel, wie es Santa Claus schafft, trotz seines fortgeschrittenen Alters, seiner nicht gerade sportlichen Figur und seiner altmodischen Art zu reisen an einem einzigen Tag überall auf der Welt Geschenke zu verteilen. Er bewege sich offenbar in anderen Raum-Zeit-Verhältnissen. Trotzdem kann der Weihnachtsmann aber elektronische Post von der Erde empfangen. So nimmt er Wünsche und Fragen unter der E-mail-Anschrift Trackingsanta@noradsanta.com entgegen.

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