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Persönlich : Bobby Fischer mit deutschem Paß nach Island?

  • Aktualisiert am

Schachpartie mit Langzeitfolgen: Bobby Fischer 1992 Bild: REUTERS

Island heißt Bobby Fischer willkommen. Doch das frühere Schachgenie sitzt in Japan im Gefängnis, hat keinen Paß mehr. Wie soll er also reisen? Vielleicht mit deutschen Papieren?

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          Die monatelange diplomatische Hängepartie zwischen den Vereinigten Staaten und dem früheren Schachweltmeister Bobby Fischer ist um eine Variante reicher: Reykjavik hat Fischer eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, wie die isländische Botschaft in Tokio am Donnerstag mitteilte. Wann er das Dokument entgegennehmen könne, sei allerdings noch unklar.

          Mit der Ausreise nach Island könnte der 61jährige einer Auslieferung an die Vereinigten Staaten entgehen. Washington sucht Fischer wegen eines Verstoßes gegen die Jugoslawien-Sanktionen, er wurde am 13. Juli auf dem Flughafen von Tokio mit einem ungültigen amerikanischen Reisepaß festgenommen. Seither sitzt Fischer in Japan in Haft, gegen eine Ausweisung an die Vereinigten Staaten hat er Klage eingereicht.

          Fischer hat keinen gültigen Paß

          Ob der neuerliche Schachzug das Patt beendet, ist aufgrund diverser Visabestimmungen noch unklar. Fischers Rechtsanwältin Masako Suzuki räumte ein, es sei ein größeres Problem, daß Fischer wohl ohne Reisepaß reisen müsse. Sie bezweifelte, daß Fischer jetzt unmittelbar freikomme.

          Auch die japanischen Einwanderungsbehörden zeigten sich skeptisch über die Rochade: Zwar sei die Reise nach Island „legal möglich“. Gemäß den Ausreisebestimmungen könne Fischer aber nicht ohne weiteres in ein Drittland gehen, sondern nur dann, wenn die Vereinigten Staaten ihn nicht haben wollten. Außerdem gestalteten die Klagen Fischers gegen die japanische Regierung die Angelegenheit kompliziert. Sollte der frühere Schachweltmeister diese Klagen zurückziehen, könnte er jedoch umgehend nach Amerika deportiert werden.

          Antrag auf deutsche Staatsbürgerschaft?

          Fischer, der seine amerikanische Staatsbürgerschaft zurückgeben will, hat in Japan einen Antrag auf Anerkennung als Flüchtling gestellt, er will außerdem eine Japanerin heiraten. Er kündigte ferner an, einen Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft zu stellen oder politisches Asyl in einem dritten Land zu suchen.

          Die Behörden der Vereinigten Staaten werfen Fischer vor, mit der Teilnahme an einem Schachturnier in Montenegro im damaligen Jugoslawien 1992 gegen internationale Sanktionen verstoßen zu haben. Fischer tauchte nach dem Turnier unter. Dem ehemaligen Weltmeister drohen wegen des Sanktionsbruchs in seinem Heimatland bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 250.000 Dollar. Fischer erlangte 1972 Weltruhm, als er als erster Amerikaner den Titel des Schachweltmeisters gewann. Er schlug damals Boris Spasski aus der Sowjetunion.

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