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„The Interview“ gratis im Blog? : Paulo Coelho bietet Sony 100.000 Dollar

  • Aktualisiert am

Filmplakat von „The Interview“. Der Film wird nach Drohungen gegen Kinos in Amerika vorerst nicht gezeigt. Bild: AP

Der brasilianische Autor Paulo Coelho will die Nordkorea-Satire „The Interview“ gratis in seinem Blog zeigen. Dafür machte er Sony ein Angebot. Für Coelho geht es aber um mehr als nur den Film.

          Nach dem Stopp der Nordkorea-Satire „The Interview“ hat der brasilianische Autor Paulo Coelho dem Konzern Sony 100.000 Dollar (gut 81.000 Euro) für die Rechte an dem Film angeboten. „Ich möchte ihn kostenlos in meinem Blog veröffentlichen“, schrieb Coelho am Donnerstag im Internetdienst Twitter. Er bat in seinem Eintrag die brasilianische Vertretung der Filmproduktionsfirma darum, mit ihm in Kontakt zu treten und stellte für sein Angebot eine Frist bis Freitagmittag (Ortszeit).

          Sony hatte die für kommende Woche in Amerika geplante Veröffentlichung von „The Interview“ nach mysteriösen Terrordrohungen von Hackern abgesagt. Der Konzern reagierte damit auf die Entscheidung mehrerer Kino-Ketten, den Film wegen der Drohungen nicht zu zeigen. In „The Interview“ geht es um ein fiktives Mordkomplott des amerikanischen Geheimdienstes CIA gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

          Der Beststellerautor Paulo Coelho auf der Frankfurter Buchmesse 2014

          Coelho sagte der Zeitung „O Globo“ dazu, der Stopp des Films sei ein „furchtbarer Präzedenzfall“. Die Entscheidung von Sony bedeute, „dass die Terroristen gewonnen haben“. Die Hackergruppe Guardians of Peace (GOP) hatte am Dienstag eine ominöse Warnung ausgesprochen und an die Anschläge vom 11. September 2001 in Amerika erinnert. Sony reagierte zunächst nicht öffentlich auf Coelhos Angebot.

          Sony ließ Film von Weißem Haus überprüfen

          Derweil wurde bekannt, dass Sony hat die Nordkorea-Satire vor ihrer Veröffentlichung von der amerikanischen Regierung hatte überprüfen lassen. Das Weiße Haus habe den Film, in dem der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un dargestellt wird, auf Bitten von Sony gesichtet, sagte Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest am Donnerstag. Die Regierung habe dann ihre Einschätzung den Machern mitgeteilt, aber keine Änderungen vorgeschrieben oder gar „diktiert“. Eine Richtlinie für die Überprüfung von Filmen vor ihrer Veröffentlichung gibt es in Amerika nicht.

          Obama hatte den Amerikanern trotz Terrordrohungen gegen amerikanische Kinos empfohlen, den Film ohne Angst vor Anschlägen im Kino zu sehen.

          Earnest stufte den Angriff als „Angelegenheit von nationaler Sicherheit“ der Vereinigten Staaten ein, vermied es aber, von einem Angriff auf diese zu sprechen. Es gebe Beweise, dass ein „anspruchsvoller Akteur mit bösartiger Absicht zerstörerisch“ vorgegangen sei. Dass Nordkorea hinter der Attacke steckt, bestätigte er nicht. Der Film sollte am nächsten Donnerstag in die Kinos kommen.

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