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Ende der Vormundschaft? : Stars solidarisieren sich mit Britney Spears

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Hat sie bald keinen Vormund mehr? Britney Spears bei der Präsentation ihrer Unterwäsche-Linie in Oberhausen 2015. Bild: Reuters

Seit 2008 steht Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters – der kündigte an, als Vormund zurücktreten zu wollen. Solidarität erfährt die Popsängerin nun auch von anderen Stars.

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          In den Streit um die Vormundschaft über Britney Spears kommt Bewegung: Amerikanische Medien berichten, Jamie Spears, der Vater der Popsängerin, wolle als Vormund seiner Tochter zurücktreten. In den Sozialen Medien begrüßten Fans und Hollywood-Stars die Entscheidung. Hotelerbin und Reality-TV-Star Paris Hilton schrieb auf Twitter: „Ich freue mich sehr über diese Nachricht. Es war so lange überfällig, aber ich bin so froh, dass Britney auf dem Weg ist, endlich frei zu sein. Sende so viel Liebe!“

          Die mexikanische Schauspielerin Eiza González, bekannt aus der Netflix-Produktion „I Care A Lot“, freute sich auf Instagram: „Als eingefleischter Britney-Fan auf Lebenszeit ist das die beste Nachricht des Jahres!“ Sie kritisierte außerdem das Konzept der Vormundschaft, das sie als „veraltet und archaisch“ bezeichnete. Vormundschaften würden gezielt genutzt, um an das Geld unschuldiger Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen zu kommen.

          In „I Care A Lot“ spielt González eine junge Frau, die ältere Menschen gegen ihren Willen in Pflegeheime einweist, um sie um ihr Erspartes zu bringen. „Es ist an der Zeit einzusehen, dass eine Frau ihr Leben nach ihren eigenen Grundsätzen führen kann und unschuldige Fehler, die sie als junge Frau gemacht hat, hinter sich lassen kann“, schrieb González weiter.  

          Auch Britney Spears' Mutter, Lynne Spears, soll sich der amerikanischen US Weekly zufolge über den Rücktritt ihres Ex-Mannes freuen. Der Anwalt der 66-Jährigen sagte dem Promi-Magazin: „Lynne Spears freut sich, dass Jamie zugestimmt hat, zurückzutreten.“ Weiter wolle sie die Entscheidung aber nicht kommentieren.

          Amerikanische Medien hatten zuvor berichtet, dass Jamie Spears am Donnerstag beim zuständigen Gericht in Los Angeles eine Rücktrittserklärung eingereicht haben soll. Sein Anwalt gab den „öffentlichen Streit“ mit seiner Tochter als einen Grund für diese Entscheidung an.

          Der Anwalt von Britney Spears, Mathew Rosengart, wertete dies als großen Sieg für seine Mandantin. Jamie Spears solle sofort abtreten, sagte er in einer Mitteilung, die vom Branchenblatt Variety veröffentlicht wurde. Rosengart hatte im Juli vor Gericht die Ablösung ihres Vaters als Vormund der berühmten Tochter beantragt. Er hielt Jamie Spears am Donnerstag laut Mitteilung „beschämende und verwerfliche Angriffe“ auf Britney vor. Sie wollten weiterhin prüfen, ob sich der Vater als Vormund in den vergangen Jahren unrechtmäßig am Vermögen seiner Tochter bereichert habe, stellte Rosengart in Aussicht.

          Jamie Spears sieht sich als Zielscheibe ungerechtfertigter Angriffe

          Die Anwälte von Jamie Spears betonten dagegen, dass der Vater im besten Interesse der Tochter gehandelt habe. Es gäbe keine eigentlichen Gründe, Jamie Spears aus seinem Amt zu entfernen, zitierte TMZ.com aus den Gerichtsunterlagen. Er sei aber zur Zielscheibe „ungerechtfertigter“ Angriffe geworden und wolle einen öffentlichen Kampf mit seiner Tochter um die Vormundschaft vermeiden.

          Die Sängerin steht seit 2008 unter der Vormundschaft ihres Vaters, nachdem sie wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Zunächst verwaltete Jamie Spears das Vermögen und private Anliegen seiner Tochter. 2019 trat er kürzer, blieb aber für die Finanzen zuständig. Um die persönlichen Belange der Sängerin, darunter medizinische Anliegen, kümmert sich als Mit-Vormund Jodi Montgomery.

          Bei zwei Gerichtsanhörungen im Juni und Juli hatte die Sängerin in emotionalen Ansprachen ihren Vater heftig angegriffen und Vorwürfe gegen ihre Familie, Betreuer und Anwälte erhoben. Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen, erklärte die Sängerin von Hits wie „Oops!...I Did It Again“ oder „Baby One More Time“. Sie sei bedroht worden und habe große Angst vor ihrem Vater. Stellenweise brach der Popstar dabei in Schluchzen aus.

          Mitte Juli hatte das Gericht der 39-Jährigen erlaubt, ihren eigenen Anwalt zu bestimmen. Rosengart beantragte umgehend die Ablösung des Vaters als Vormund. Laut Petition soll Spears durch einen vorläufigen Vormund – den zertifizierten Rechnungsprüfer Jason Rubin – ersetzt werden. Die nächste Anhörung in dem Gerichtsstreit ist für Ende September angesetzt.

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