https://www.faz.net/-gum-8isbx

Priesterjubiläum : Franziskus ehrt seinen Vorgänger

  • -Aktualisiert am

Stehen sich nahe: Papst Franziskus und sein Amtsvorgänger Benedikt. Bild: AFP

Vor 65 Jahren wurde der ehemalige Papst Benedikt Priester. Sein Nachfolger Franziskus hat ihn nun zu einem Festakt in den Vatikan geladen. Das Treffen sagt viel über das Verhältnis der beiden aus.

          Zerbrechlich wirkte Benedikt XVI. am Dienstag im Apostolischen Palast im Vatikan. Zugleich verfolgte der 89 Jahre alte, frühere Bischof von Rom aufmerksam und heiter die Reden, die ihm zu Ehren in der Sala Clementina gehalten wurden. Anlass war eine Einladung von seinem Nachfolger Franziskus, der zur Feier des 65.Jahrestages der Priesterweihe von Josef Ratzinger an diesem Mittwoch einen Festakt ausrichtete. Franziskus bedankte sich bei seinem Vorgänger dafür, dass er weiter der Kirche diene: „Sie hören nicht auf, wahrhaftig mit Kraft und Weisheit zum Wachstum der Kirche beizutragen“, sprach er den „lieben emeritierten Papst“ und „Mitbruder“ an.

          Dadurch werde aus seinem in den vatikanischen Gärten gelegenem Altersruhesitz, einem Kloster, alles andere als eine „verlorene Ecke“, in die unsere Wegwerfgesellschaft gerne Ältere und Schwächere abschiebe. Benedikt genauso wie der heilige Franziskus, dessen Namen er sich für sein Papstamt ausgesucht habe, stellten das Gebet in den Mittelpunkt des Lebens. Sein Vorgänger zeige, dass die Liebe zu Gott das Grundmerkmal des priesterlichen Dienstes sei. Im Vertrauen und tiefen Glauben an Gott könne der fromme Mensch auch im hohen Alter der Zukunft heiter und ohne Angst entgegensehen.

          Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller sagte, Aufgabe des Priesters sei es, zu lehren, was wir aus der Liebe Gottes erfahren haben. Damit ging er auf Predigttexte aller Amtsetappen Benedikts über das Priestertum ein, die aus Anlass der Wiederkehr der Priesterweihe von Josef und seinem Bruder Georg Ratzinger am 29. Juni 1951 im Freisinger Mariendom durch Kardinal Michael von Faulhaber herausgegeben wurden. Mehrfach zeigte sich bei dem Festakt, wie sehr Franziskus und Benedikt sich schätzen. Erst am Sonntag hatte Franziskus von der Gnade gesprochen, in Benedikt einen weisen Vater zu haben.

          Benedikt dankte bei dem Festakt in freier Rede für die Güte, die ihm Franziskus seit seinem Rückzug entgegenbringe. „Ich fühle mich geschützt“, sagte der frühere Dogmatik-Professor und Münchner Erzbischof Ratzinger. Er sei gewiss, dass Franziskus „gemeinsam mit uns allen voranschreiten wird, um den Weg zu Jesus, zu Gott aufzuzeigen“. Seit seinem Amtsverzicht Ende Februar 2013 tritt Benedikt in der Öffentlichkeit nur noch auf, wenn ihn der Papst einlädt. Damit soll offensichtlich werden, dass es nur einen Papst gibt und „kein geteiltes Papstamt“. Bei ihrem ersten Zusammentreffen hatte Benedikt seinem Nachfolger versprochen, ihm gegenüber Gehorsam üben und sich auf das Gebet für die Kirche konzentrieren zu wollen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Waldbrand im Naturpark Chapada dos Guimaraes im brasilianischen Amazonasgebiet.

          Vor G-7-Gipfel : Es brennt

          Werden die Tage in Biarritz vom Bemühen um Geschlossenheit geprägt sein oder von Eklat, Zerwürfnissen und Widerlagern? Fest steht schon jetzt: Der Westen hat gerade nicht seine stärksten Tage.
          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Asteroid Ryugu : Poröser Schutthaufen in den Tiefen des Alls

          Der Landesonde „Mascot“ blieben im vergangenen Jahr nur wenige Stunden, um die Oberfläche des Asteroiden „Ryugu“ zu erkunden. Die Zeit reichte, um sich ein Bild von dem urtümlichen Himmelskörper zu machen, wie die nun veröffentlichte Daten und Fotos zeigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.