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Kardinal Gerhard Müller : Papst entlässt Leiter der Glaubenskongregation

  • Aktualisiert am

Kardinal Gerhard Ludwig Müller bei der Messe zum Ostersonntag Bild: Reuters

Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Ein Grund dafür sollen Meinungsverschiedenheiten gewesen sein. Ein Nachfolger steht auch schon fest.

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          Papst Franziskus hat sich am Freitag überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, wird die Amtszeit von Kardinal Gerhard Ludwig Müller (69), dem Leiter der Römischen Glaubenskongregation, nicht verlängert. Sie endet nach fünf Jahren fristgerecht am 2. Juli. Nachfolger soll der bisherige Sekretär der Kongregation, der spanische Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, werden. Er ist wie der Papst Jesuit.

          Die Glaubenskongregation ist die älteste Behörde des Heiligen Stuhls. Ihre Aufgabe war es nach der Reformation, die Kirche vor Irrlehren zu schützen, Glaubensverstöße festzustellen und gegebenenfalls zu bestrafen. Heute hat sie in erster Linie einen Lehrauftrag inne. Zudem ist die Kongregation auch für Disziplinar-Vorgänge zuständig. Einer der aktivsten und wirkmächtigsten Präfekten der Glaubenskongregation war Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.

          Kardinal Müller verdankte ihm seine Ernennung im Jahr 2012. Zwei Jahre später erhob Papst Franziskus ihn zum Kardinal. Zwischen Müller und Papst Franziskus hatte es in den vergangenen Jahren Meinungsverschiedenheiten in moraltheologischen Fragen gegeben, insbesondere in der Frage des Umgangs der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen. Zuletzt hatte Müller am 25. Mai in einem Fernseh-Interview die Tatsache kritisiert, dass Franziskus drei Mitarbeiter des Kardinals gegen dessen Willen entlassen hatte.

          Gerhard Ludwig Müller

          Gerhard Ludwig Müller (69) ist Präfekt der Glaubenskongregation und damit Leiter der ältesten zentralen Kurienbehörde im Vatikan. Der aus Mainz stammende Theologe promovierte und habilitierte sich bei dem späteren Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Er lehrte ab 1986 in München Dogmatik und verfasste ein Standardwerk über diese theologische Disziplin.

          Von 2002 bis 2012 war er Bischof von Regensburg. Benedikt XVI. holte Müller 2012 nach Rom; im Jahr 2014 erhob Papst Franziskus ihn zum Kardinal. Müller gilt als Kenner der Kirche und Theologie Lateinamerikas und als streitbarer Kirchenmann.

          Mit Papst Franziskus hatte es in den vergangenen Jahren Meinungsverschiedenheiten in moraltheologischen Fragen gegeben, insbesondere in der Frage des Umgangs der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen. (KNA)

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