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Ottfried Fischer ist Ordensritter : Wo ist denn der Bruder

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Ein „Allrounder und Genie“: Ottfried Fischer Bild: dpa

Der Orden wider den tierischen Ernst geht in diesem Jahr an den Kabarettisten Ottfried Fischer. Karl-Theodor zu Guttenberg, der die Laudatio halten sollte, sagte kurzfristig ab.

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          Kabarettist Ottfried Fischer ist mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet worden. Der Aachener Karnevalsverein ehrte den Schauspieler am Samstag für die „zutiefst humane Sicht auf die kleinen und großen menschlichen Schwächen und deren unerschrocken humorvolle Aufarbeitung“. Heiter, humorvoll und hintergründig halte er den Menschen den Spiegel vor. Der traditionelle Karnevalsorden für Humor und Menschlichkeit im Amt wurde zum 62. Mal vergeben. Das Erste strahlt die Festveranstaltung am Montag (30. Januar, 20.15 Uhr) aus.

          Die Laudatio auf Fischer sollte ursprünglich Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg halten. Nach seiner Comeback-Absage gab er aber auch den Aachener Karnevalisten einen Korb – den zweiten in Folge. Er schickte, wie im vergangenen Jahr, als er selbst zum Ordensritter geschlagen wurde, seinen jüngeren Bruder Philipp auf die Bühne.

          Der 58-jährige Fischer sei ein Allrounder und Genie, sagte Philipp zu Guttenberg in seiner Rede und empfahl den Schauspieler gleich für höhere Ämter: „Dir stünd’ als Job anstatt dem Pater, gut zu Gesicht der Landesvater.“ In Anspielung auf Fischers Parkinson-Krankheit, die er vor einigen Jahren öffentlich gemacht hatte, sagte zu Guttenberg: „Als Knappe zieh" ich meinen Hut vor deinem übergroßen Mut.“

          „Kabarettistische Naturgewalt Bayerns“

          Der Präsident des Aachener Karnevalsvereins, Werner Pfeil, würdigte Fischer als „kabarettistische Naturgewalt Bayerns“. Fischer moderiert seit 1995 im Bayerischen Rundfunk die Talkshow „Ottis Schlachthof“, in der die aktuelle Lage in Politik, Kultur und Gesellschaft mit Kabarett und Musik aufs Korn genommen wird. Als Schauspieler machte er sich mit den Serien „Der Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“ einen Namen.

          Fischer nahm in seiner Ritterrede Guttenberg auf die Schippe: „Wo ist denn der Bruder?“ Die Affäre um den Politiker sei eigentlich ein Stoff, „aus dem griechische Tragödien geschrieben werden.“ Bei der Aachener Karnevalsveranstaltung wollte der CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg eigentlich seinen ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland nach seinem Weggang in die USA feiern. Es wäre ein PR-Coup gewesen und hätte der ARD vermutlich ein spürbares Zuschauerplus beschert.

          Im vergangenen Jahr hatte die Verleihung etwa 4,63 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm gelockt. Bisherige Preisträger sind unter anderen der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), Schauspieler Mario Adorf und Altkanzler Helmut Schmidt.

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