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Dokumentarfilm aus Syrien : „Ich hatte ständig Angst“

  • -Aktualisiert am

Filmemacher Talal Derki liefert in seinem oscar-nominierten Dokumentarfilm Augenzeugenberichte über die Radikalisierung einer muslimischen Familie. Bild: VALERIE MACON / AFP

Für den Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons“ hat der syrische Regisseur Talal Derki viel riskiert: Hautnah begleitete er die Radikalisierung einer muslimischen Familie. Nun hofft er auf einen Oscar.

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          Die Anspannung ist Talal Derki anzumerken. „Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Ich kann nicht gut warten“, sagt der Dokumentarfilmer schon bei der Begrüßung in einer Coffee Bar am Sunset Boulevard. Als sich das Team seines Films „Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats“ während eines Festivals in Belgien vor der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen am Fernseher versammelte, zog er sich zurück. Erst nach der Nennung der fünf Kandidaten für die Kategorie Dokumentarfilm fiel die Nervosität ab. „Ich bin nur noch durch die Gegend gehüpft und habe wildfremde Menschen umarmt. Sie müssen mich für verrückt gehalten haben“, sagt der Syrer, der in Berlin lebt.

          Dabei liegt hinter dem Filmemacher und dem Film schon eine längere Erfolgsgeschichte. Seit der Premiere Ende 2017 holte Derkis Augenzeugenbericht über die Radikalisierung einer muslimischen Familie beim Sundance-Festival die Auszeichnung der Grand Jury, gewann in München den Fritz-Gerlich-Preis und wurde für mehr als ein Dutzend weitere Trophäen nominiert.

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