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Optimismus in Krisenzeiten : „Wahre Liebe wird nun gestärkt!“

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Wir halten die Stellung: In diesem Fall sind es die Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern der südbadischen BDH-Klinik Elzach. „Auch die Klinik Elzach nimmt – wie viele Krankenhäuser in Deutschland – die große Herausforderung an, vor die die Corona-Pandemie unser Gesundheitssystem stellt“, schreibt uns Dr. Thomas Urbach. „In der nächsten Zeit ist entscheidend, dass die Appelle der Politik an die Menschen, zu Hause zu bleiben, auch befolgt werden. Durch solidarisches, rücksichtsvolles und überlegtes Verhalten können alle dazu beitragen, dass Deutschland diese Krise so gut wie möglich meistert!“ Was kann man dem noch hinzufügen? Danke! Bild: BDH-Klinik Elzach

Wir haben unsere Leser gefragt: Hält das Coronavirus auch schöne Geschichten bereit? Was haben Sie erlebt? Das sind ihre Antworten.

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          Da meine Verlobte in Russland lebt, gestalten sich die Treffen nun etwas schwierig. Unsere Flüge zueinander wurden abgesagt, und wir wissen nicht, wann wir uns wiedersehen werden. Deshalb haben wir nun gemeinsame Abendessen mit Skype, spielen gemeinsam Karten dank des Internets und versuchen optimistisch bezüglich unserer Hochzeit am 10. Oktober zu bleiben. Allen, denen es genauso ergeht, wünsche ich alles Gute. Ich bin mir sicher: Wahre Liebe kann in dieser Krise nur gestärkt werden! Patrick Höfl

          Ich dachte zuerst, es müsste trostlos sein: Gottesdienste vor einer leeren Kirche im Internet verfolgen. Aber es stellt sich heraus, dass es eine unglaublich intensive Erfahrung ist: rein geistig und sehr privat. Anscheinend gibt es in einer wirklichen Messe jede Menge Ablenkung, die nun wegfällt. Unbedingt zum Ausprobieren empfohlen, etwa im Kölner Dom um acht und um 18.30 Uhr und im Münchner Frauendom um 17.30Uhr. Verena Mayer

          Ich arbeite seit 23 Jahren als Solo-Selbständige in der Schwimmschule Goldfischle. Durch die Schließung der Bäder stehe ich komplett ohne Einkommen da, und das ohne Rücklagen, da ich durch Krankheit und die daraus resultierende Überlastung schon seit Jahren so um die Kurven schliddere. Also hab ich meinen Goldfischle-Familien über Whatsapp meine Lage geschildert. Es ist beispiellos und wirklich wunderbar: Fast die Hälfte meiner Familien sind bereit, die Kursgebühr zu zahlen – obwohl ich ja keinen Kurs abhalten kann. Einfach, weil sie mich mögen, meine Lage verstehen. Jetzt sind wir (mein Sohn, meine beiden Hunde und unsere drei Katzen) erst mal bis Mitte des nächsten Monats safe. Ich fühle mich gesehen und wertgeschätzt und habe gar keine Angst. Vielleicht bringt uns Corona die Rückbesinnung auf das, was wirklich zählt: Teilen, wo es nötig ist, und zusammenhalten, wenn man in der Lage ist, etwas zu geben. Gabriela Sciortino

          Als Wahl-Pariser gehöre ich zu denjenigen, die unser Präsident Emmanuel Macron in Zwangsquarantäne (eine Art „Gefängnis à la maison“) gesteckt hat. Das Beste zurzeit hier ist die Ruhe (sehr seltenes Gut in Paris!) und die Möglichkeit, Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag allerausgiebigst zu hören und zu feiern. Karl-Heinz Schabmüller

          Ich fühle mich seit einigen Jahren den Berliner Anonymen Alkoholikern zugehörig. Die Gemeinschaft dort hat mir in aller Buchstäblichkeit das Leben gerettet. Was die Berliner AAs allerdings nun auf die Beine gestellt haben, um die ausfallenden Meetings in der Corona-Krise aufrechtzuerhalten, überrascht mich aufs herzlichste. Es finden sich Hunderte alte und neue Gesichter in Videokonferenzen ein und teilen ihre Geschichten aus ihren Wohnzimmern. Viele arbeiten nachts, um das zu organisieren. Einige warten vor den geschlossenen Meetingräumen, falls jemanden die Nachricht nicht erreicht hat. Viele haben Angst zu erkranken. Wir sind, auf eine andere Weise, bereits krank. Und ohneeinander fallen wir dieser Krankheit früher oder später wieder zum Opfer. Dass wir bei allen Ängsten so eisern zusammenhalten, lässt mich glauben, dass auch die Weltgemeinschaft diese Krise meistern kann. Christopher S.

          In unserer Werbeagentur YAEZ führt die aktuelle Situation auch zu möglichst viel Homeoffice. Für unsere Kollegin Ines, die bei uns den Personalbereich leitet, eine ganz besondere Situation: Denn Tochter Juna kann nicht in die Kita. Die hat nun auch einen eigenen Arbeitsplatz und strahlt übers ganze Gesicht. Danke für deine Hilfe, Juna! Michael Hartung

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