https://www.faz.net/-gum-82mqu

Online-Dating : Neue Partner dürfen nichts kosten, Seitensprünge schon

  • Aktualisiert am

Darf laut einem Urteil nichts kosten: Partnervermittlung im Internet Bild: dapd

Eine Frau sucht mit einer Partnerbörse im Netz nach der Liebe, zahlt aber die Beiträge dafür nicht. Die Plattform klagt – und verliert. Denn laut einem Gesetz von 1900 dürfen Heiratsvermittler kein Geld nehmen.

          Das Amtsgericht Hamburg hat entschieden, dass Partnervermittlungen im Netz kein Geld für ihre Dienste nehmen dürfen. Das berichtet ein Rechtsanwalt der Roland-Gruppe unter Verweis auf das Urteil. Demnach bezieht sich das Amtsgericht auf einen Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches von 1900.

          Paragraf 656 beschäftigt sich in mit den seinerzeit üblichen Heiratsvermittlern. Er besagt, dass diese keinen Anspruch auf Entlohnung haben, wenn sie potentielle Ehepartner zusammenbringen. „Das Amtsgericht hat entschieden, dass inzwischen Partnervermittlungsportale die Aufgaben eines klassischen Heiratsvermittler übernehmen“, so Rechtsanwalt Christian Teppe, der die Kundin einer Partnerbörse in dem Verfahren vertreten hat. Sie hatte ihre Beiträge nicht gezahlt und war deshalb von dem Betreiber des Portals verklagt worden.

          Partnerbörsen dürfen für ihre Dienstleistungen aber nur dann Geld einfordern, wenn sie feste Partnerschaften vermitteln. Nach Ansicht des Anwalts ließe sich das Urteil nicht auf Kontaktbörsen und allgemeine Singlebörsen übertragen, die Gelegenheitsbekanntschaften oder Seitensprünge vermitteln.

          Allerdings ist die Bedeutung des Urteils wohl gering: Weil der Streitwert unter 600 Euro lag, ist eine Berufung nicht zugelassen. So bleibt der Spruch eine Ausnahme - jedenfalls so lange, bis andere Kunden von kostenpflichtigen Partnerbörsen versuchen, sich auf den Paragrafen 656 zu beziehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Innenraum der Ditib-Merkez-Moschee in Duisburg

          Konflikt mit Verbänden : Islamunterricht am Limit

          Was darf im Religionsunterricht an Schulen über Schwule und Lesben gesagt werden? Und steht die Antwort darauf wirklich im Koran? Die Bundesländer stecken in der Klemme. Irgendwie müssen sie den Islam integrieren – das gestaltet sich allerdings zunehmend schwieriger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.