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Sicherheit beim Oktoberfest : Wiesn-Besucher werden nun doch eingezäunt

Viele Menschen, große Gefahr? In diesem Jahr soll das Oktoberfest eingezäunt werden. Bild: Reuters

Nach wochenlangen Diskussionen steht fest: Das Oktoberfest wird aus Sicherheitsgründen eingezäunt. Das Entsetzen über die Amoktat im Juli sitzt noch tief.

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          Die „Wiesn“, das größte Volksfest der Welt, wird in diesem Jahr eingezäunt. Rund um das Oktoberfest auf der Theresienwiese wird ein 350 Meter langer Zaun errichtet, der eine Lücke in der Festivalbegrenzung schließen und dafür sorgen soll, dass alle Besucher die obligatorischen Gepäckkontrollen nicht umgehen. Das hat die Stadt München am Mittwoch entschieden.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Damit nicht genug: Mit einem Rucksackverbot, Personenkontrollen und bis zu 450 Ordnern soll die Sicherheit für die gut sieben Millionen erwarteten Wiesn-Besucher erhöht werden. Die Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen sei nach den jüngsten Gewalttaten notwendig geworden, sagte Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Vergleichbare Regelungen gebe es bereits bei anderen Großveranstaltungen in Deutschland, etwa dem Wacken Open Air-Festival, der Berliner Fußball-Fanmeile oder den Stadien der Fußball-Bundesliga.

          Schon im vergangenen Jahr waren die Sicherheitsvorkehrungen groß: Polizisten patrouillieren im September 2015 auf dem Festgelände.
          Schon im vergangenen Jahr waren die Sicherheitsvorkehrungen groß: Polizisten patrouillieren im September 2015 auf dem Festgelände. : Bild: Reuters

          Über die verschärften Sicherheitsvorkehrungen ist in der bayerischen Landeshauptstadt wochenlang diskutiert worden. Zu tief saß bei den Verantwortlichen das Entsetzen über die Nacht des 22. Juli, als der Amokläufer Ali David S. neun Menschen und sich selbst erschoss und Falschmeldungen über weitere Schießereien Ängste vor einem Terroranschlag schürten. Die Schreckensnacht liegt noch nicht lange zurück, dennoch empörte sich der Münchner Boulevard über die Sicherheitsmaßnahmen, sprach von der „Volksfestung Wiesn“ (Abendzeitung). Wiesn-Chef Schmid (CSU) sagte nun: „Die Wiesn wird keine Hochsicherheitszone werden.“

          Mit seiner Zaun-Idee war Schmid zunächst am Widerstand des Wirtschaftsausschusses gescheitert. Es wurde befürchtet, der Zaun könne bei einer Massenpanik zur Todesfalle werden. Doch Tests hätten nun gezeigt, dass die mobilen Zaunelemente innerhalb von 50 Sekunden abgebaut werden könnten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Zaun für „sehr vernünftig“, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Wenn man Kontrollen machen will, macht es anders keinen Sinn.“

          Für alle Wiesn-Interessierten, die vom 17. September an unbeschwert feiern wollen, hatte Schmid noch eine gute Botschaft: Es gebe bislang keine Hinweise auf eine „konkrete Gefährdung“, sagte er.

          Das Festgelände im September 2015 von oben. In diesem Jahr wird hier ein Zaun zu sehen sein.
          Das Festgelände im September 2015 von oben. In diesem Jahr wird hier ein Zaun zu sehen sein. : Bild: Reuters

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