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Neue juristische Probleme : O.J. Simpson will abrechnen

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O. J. Simpson hat angekündigt, per Twitter ein paar Dinge klarzustellen – und umgehend drohen ihm neue juristische Probleme.

          Der Juni ist für O. J. Simpson seit langem ein geschäftiger Monat. Vor 25 Jahren, am 13. Juni 1994, entdeckten Nachbarn den blutüberströmten Leichnam seiner früheren Ehefrau Nicole Brown Simpson vor ihrem Haus am South Bundy Drive in Los Angeles.

          Drei Tage später gab die Football-Legende bei der Beisetzung der Fünfunddreißigjährigen den trauernden Vater der beiden gemeinsamen Kinder. Und am nächsten Tag brach Simpson dann alle Zuschauerrekorde: Mehr als 95 Millionen Amerikaner verfolgten vor dem Fernseher, wie „The Juice“ im weißen Ford Bronco seines Freunds Al Cowlings fast zwei Stunden lang über die Highways von Los Angeles fuhr – gefolgt von zahlreichen Streifenwagen der Polizei und mit der Pistole in der Hand.

          Simpson drohte sich umzubringen, nachdem die kalifornischen Justizbehörden wegen des Doppelmords an Brown Simpson und ihrem Bekannten Ron Goldman am Tag zuvor einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hatten.

          O.J. und die sozialen Medien

          Auch der Juni 2019 ist wieder ein Simpson-Monat. Nach dem 25. Jahrestag des Verbrechens verkündete Orenthal James Simpson, wie der frühere Sportstar in seiner langen Strafakte heißt, die sozialen Medien für sich entdeckt zu haben. Auf einer frisch eingerichteten Twitter-Seite ließ der Einundsiebzigjährige wissen, „ein bisschen abrechnen“ zu wollen. In einem Video versprach Simpson zudem, seine Fans künftig an Gedanken „zu praktisch allem“ teilhaben zu lassen. Dass er Twitter-Konten anderer Betreiber in seinem Namen nicht länger duldet, stellte er ebenfalls klar. Den Gründern von @KillerOJSimpson ließ er angeblich umgehend eine Salve von Drohnachrichten zukommen.

          Unter anderem soll Simpson ihnen 16 Messer-Emojis und eine drastisch formulierte Warnung geschickt haben. Die Betreiber der Seite hatten den ehemaligen Footballstar und Schauspieler trotz eines Freispruchs bei seinem aufsehenerregenden Prozess im Jahr 1995 immer wieder als Doppelmörder dargestellt. In einem Zivilverfahren zwei Jahre später war Simpson wegen widerrechtlicher Tötung zu Schadenersatz in Höhe von 33,5 Millionen Dollar verurteilt worden.

          Wie die Abteilung für Öffentliche Sicherheit in Nevada bestätigte, hat sie wegen der Drohungen bereits Ermittlungen aufgenommen. Nach neun Jahren Haft wegen bewaffneten Raubs in einem Hotelzimmer in Las Vegas war Simpson im Herbst 2017 vorzeitig aus einem Gefängnis des Bundesstaats entlassen worden. Simpsons angebliche Gewaltphantasien in sozialen Medien könnten nun einen Verstoß gegen Bewährungsauflagen darstellen. „Das Bewährungsamt nimmt Drohungen und Gewaltakte sehr ernst“, sagte die Justizsprecherin Kim Smith.

          Er stößt auf Abneigung

          Simpsons Selbstdarstellung via Twitter stößt auch viele Prominente ab. Die Komikerin Chelsea Handler spottete, Simpson lieber noch bei Twitter als in Trumps Regierung zu sehen. Die Drehbuchautorin Randi Mayem Singer („Mrs. Doubtfire“) zweifelte derweil an den mehr als 750.000 Fans, welche die Seite des früheren Footballspielers inzwischen abonniert haben. Auch der Autor Yashar Ali ließ seiner Empörung freien Lauf. „Ich habe gerade gesehen, dass sich ein uneinsichtiger Mörder bei Twitter eingeschrieben hat“, teilte der Neununddreißigjährige mit. Ali empfahl, sich nicht mit Simpsons Auftritt in sozialen Medien zu beschäftigen, sondern lieber mit dem Podcast und der Twitter-Seite von Kim Goldman, der Schwester des ermordeten Ron Goldman: „Sie sollte mehr Follower haben als dieses Monster.“

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