NS-Verbrechen :
Den charmanten Sadisten entlarven

Von Simone Kaiser
Lesezeit: 8 Min.
Monika Hertwig, Tochter des KZ-Kommandanten Amon Göth
Einen Mantel des Schweigens breitete man in der Familie Göth über die Vergangenheit des KZ-Kommandanten von Plaszow, Amon Göth. Bis der Film „Schindlers Liste“ erschien und dem Massenmörder ein Gesicht gab. Seine Tochter Monika Hertwig ist noch heute auf der Suche nach der Wahrheit.

LUDWIGSBURG. Die Karteikarte mit der Aktennummer 6 AR-Z 225/1959 ist vergilbt. Zusammen mit 700000 anderen Karten füllt sie die grauen Metallkästen in der Zentralen Stelle des Bundesarchivs in Ludwigsburg, eine ganze Wand lang. Alphabetisch sind sie hier geordnet: Täter, Opfer und Zeugen nationalsozialistischer Verbrechen. Auf Nummer 225/1959 steht: "Name: Amon Leopold Göth; Dienstgrad: SS-Hauptsturmführer; Funktion: Kommandant des Konzentrationslagers Krakau-Plaszow ab 1943." Zusatz: "G. wurde am 13. 9. 1946 in Krakau hingerichtet." Amon Göth, der "Schlächter von Plaszow", ist Sinnbild des sadistischen KZ-Kommandanten, seit ihm Ralph Fiennes in dem Film "Schindlers Liste" ein Gesicht verlieh.

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