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Trumps Video-Skandal : Nun hat auch Amerika seine #Aufschrei-Debatte

Bestseller-Autorin Kelly Oxford regte die Debatte auf Twitter an. Bild: Picture-Alliance

Trumps Äußerungen im Skandal-Video befeuern nicht nur die Debatte über seine Eignung als Präsident. Eine Autorin nahm sie zum Anlass, über sexuelle Belästigung zu schreiben - und Amerika diskutiert mit.

          Trump hat sich mit seinen sexuellen Übergriffen auf Frauen gebrüstet. Nun reagieren die Frauen in Amerika. Sie drücken nicht nur ihr Missfallen über Trumps Äußerungen aus, sondern sprechen auch offen darüber, wie oft es geschieht, dass Männer sie ungefragt an Geschlechtsteilen berühren. Ausgelöst hat die Debatte die kanadische Besteller-Autorin und Bloggerin Kelly Oxford.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          „Mir ist das auch schon geschehen, ich fand es nicht lustig. Ich kenne andere Frauen, denen das gleiche passiert ist“, sagte Oxford gegenüber NBC News. Auf ihrem Twitter-Account forderte sie ihre mehr als 700.000 Follower auf, deren Geschichten über sexuelle Belästigung zu teilen: „Ich mach den Anfang: Ein alter Mann greift im Stadtbus nach meiner 'Pussy' und lächelt mich dabei an, ich bin zwölf Jahre alt.“

          Oxford war 2011 und 2012 vom „Time“-Magazin zu den „Top Twitter Feeds“ gezählt worden und hat ihre Popularität seitdem dort noch weiter ausgebaut. Wie groß die Reaktionen auf ihren Aufruf ausfallen würde, ahnte sie aber wohl selbst nicht. Bereits am Samstag erhielt Oxford mehr als 50 Geschichten von Frauen, die über ihre Erlebnisse mit sexueller Belästigung sprachen - wohlgemerkt 50 Geschichten pro Minute.

          Mittlerweile etablierte sich der Hashtag #notokay für Tweets zu diesem Thema. Was dort geschrieben wird, gibt einen Einblick, wie oft und alltäglich sexuelle Belästigung auch in den Vereinigten Staaten noch ist. Eine junge Frau beschreibt beispielsweise wie sie als College-Studentin mit Freunden in Las Vegas war, ihr dort Drogen eingeflößt wurden und sie ein Fremder in sein Hotelzimmer zog - ihr Verlobter verließ sie daraufhin, weil er sie für den Vorfall verantwortlich machte.

          Eine andere berichtet, wie sie als College-Studentin vergewaltigt wurde. „Die Polizei sagte mir: 'Schönheit und Alkohol sollte man nicht mischen.' Das ist das erste Mal, dass ich jemandem davon erzähle“, schrieb sie auf Twitter.

          Andere beziehen sich direkt auf die Aussagen Donald Trumps. „Ich wurde von einem Mann in der Art begrabscht, mit der Donald Trump sich brüstet. Ich hab ihn das nicht machen 'lassen'. Das ist eine sexuelle Belästigung, Donald.“

          Und natürlich interessierte das Thema nicht nur Frauen. Wie bereits auf politischer Ebene schalteten sich auch hier Männer ein, die sich von Trumps Äußerungen als Vater und Ehemann persönlich angegriffen fühlten. So antwortete etwas dieser Mann: „Als Vater zweier kleiner Mädchen ist dieser Nachrichtenstrom das gruseligste, das man lesen kann.“

          Die Debatte nimmt damit ähnliche Züge an wie es in Deutschland die #Aufschrei-Debatte im Jahr 2013 tat. Die damalige Stern-Journalistin Laura Himmelreich hatte im Januar jenes Jahres über eine Begegnung mit dem FDP-Politiker Rainer Brüderle geschrieben und ihm dabei sexuell übergriffiges Verhalten vorgeworfen. Es etablierte sich daraufhin der Hashtag #Aufschrei, unter dem sich Frauen über sexuelle Belästigung austauschten. Über mehrere Monate war daraufhin in verschiedenen auch internationalen Medien und auf politischer Ebene über Sexismus diskutiert worden.

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