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Gesetz gegen Schulabbrecher : Lorde muss nicht ins Gefängnis

  • Aktualisiert am

Erfolgreiche Schulabbrecherin: Lorde beim Hurricane Festival 2017 Bild: dpa

Die neuseeländische Sängerin Lorde bekommt viral momentan viel Unterstützung. Sie soll um jeden Preis davor bewahrt werden, ins Gefängnis zu müssen. Doch das behauptet außer auf Twitter auch niemand.

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          Der Hashtag #FreeLORDE trendet momentan auf Twitter. Fans der 22 Jahre alten Sängerin aus Neuseeland wollen sie davor bewahren, eine Gefängnisstrafe abzusitzen – die ihr in Wahrheit gar nicht droht. Bekannt wurde Lorde vor allem mit ihrer Single „Royals“, die weltweit über zehn Millionen mal verkauft wurde. Twitter stürzt sich nun gewohnt selbstironisch auf ein Problem, das es gar nicht gibt.

          Hintergrund ist ein Vorschlag des neuseeländischen Politikers Simon Bridges, der künftig Schulabbrecher, die keine weiteren Bildungsmaßnahmen oder Berufsfördermaßnahmen anschließen, bestrafen möchte. Ein Bußgeld von 3000 Dollar sollen die Eltern von Kindern, die ihre Schulkarriere ohne diese Weiterbildungen beendet haben, zahlen müssen. Damit will der Politiker gegen die hohen Arbeitslosenzahlen durch Menschen mit fehlendem Schulabschluss vorgehen. Bisher ist in Neuseeland erlaubt, mit 16 Jahren die Schule zu verlassen.

          Ella Yelich-O’Connor, so der richtige Name der Sängerin, brach 2013 im Alter von 17 Jahren die Schule ab, um sich auf ihre Musikkarriere zu konzentrieren. Nachdem Yellich-O'Connor 2012 über das auf Youtube gestellte Lied „The Love Club“ in Neuseeland berühmt wurde, gelang ihr ein Jahr später mit der Single „Royals“ ein internationaler Erfolg. Der Song wurde der zweiterfolgreichste des Jahres in Amerika.

          Die neuseeländische Plattform „Newshub“ brachte Lorde wohl als erstes in Verbindung mit dem Gesetzesvorschlag: Sie führte in einer Überschrift Lorde und andere berühmte Stars aus Neuseeland auf, die von dem neuen Gesetz betroffen wären, doch schrieb selbst nichts von einer möglichen Haftstrafe. Diese Dynamik trat erst auf Twitter los: Zahlreiche Memes und unterstützende Worte sind dort unter dem Hashtag #FreeLORDE zu finden.

          Eine Nutzerin schreibt auf Twitter: „Lorde hat uns und die Musikindustrie mit Melodrama gerettet. Nun ist es Zeit für uns, Lorde zu retten.“ „Melodrama“ ist Lordes zweites Album, das 2017 erschienen ist und Hits wie „Green Light“ hervorgebracht hat.

          Eine andere Frau twittert: „Stellt euch vor eine Frau einzusperren, die Neuseeland so berühmt dafür gemacht hat, einen 16 Jahre alten Star zu haben.“ Etwas melodramatisch werden dann auch die Fans: „Wir müssen Lorde retten, bis wir sterben.“

          Ein Meme zeigt Lorde, wie sie verträumt aus dem Fenster eines Autos schaut – darunter steht: „Lorde in einem Polizeiauto auf dem Weg ins Gefängnis.“

          Noch ist unsicher, ob der Vorschlag tatsächlich zum Gesetz wird: Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat sich bereits gegen das Gesetz ausgesprochen. Auch wenn das Gesetz sich durchsetzen sollte, hieße das nicht, dass die Strafe nachträglich auf die betroffenen Schulabbrecher angewendet werden würde.

          Lorde selbst scheint der Scherz zu gefallen: Sie retweetet fleißig die Memes auf ihrem Twitter-Account.

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