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Bei Neuseeland-Besuch : Boris Johnson witzelt auf Kosten von Ureinwohnern

  • Aktualisiert am

Johnson beim traditionellen Gruß der Maori mit dem neuseeländischen Landwirtschaftsminister Bild: AP

Gleich zu Beginn seines Neuseeland-Besuchs macht sich Boris Johnson über das indigene Volk der Maori lustig. Auch eine Anspielung auf Premierministerin May kann sich der britische Außenminister nicht verkneifen.

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          Der britische Außenminister Boris Johnson ist seinem Ruf als Elefant im Porzellanladen wieder einmal gerecht geworden. Zu Beginn seines Besuchs in Neuseeland verglich er am Montag das Begrüßungsritual der einheimischen Minderheit der Maori mit einem Kopfstoß (Headbutt). Die Maori, das indigene Volk Neuseelands, schütteln sich beim Hongi die Hände, neigen den Kopf nach vorne, berühren sich mit der Stirn und drücken dann sanft die Nasen gegeneinander. Das Ritual soll den Atem des Lebens symbolisieren.

          Johnson dankte bei einer Begegnung mit Maori-Führern in der im vergangenen Jahr von einem verheerenden Erdbeben heimgesuchten Stadt Kaikoura auf der Südinsel für die Vorführung des Hongi. Allerdings könne es in einem Glasgower Pub „missverstanden“ werden, witzelte der konservative Politiker.

          Witze über Maori sind nicht der erste Fauxpas von Johnson

          Johnson verwies zudem darauf, dass in den als Marae bekannten Begegnungs- und Zeremonienstätten der Maori Frauen seit alters her Führungspositionen innehätten – „so wie bei uns Zuhause“. Damit spielte er auf seinen Boss an, die britische Premierministerin Theresa May.

          Während Johnsons zweitägiger Neuseeland-Visite stehen außenpolitische Themen, Fragen der internationalen Sicherheit und der Handelsbeziehungen im Vordergrund. Diplomatie ist nicht unbedingt die Stärke des ehemaligen Londoner Bürgermeisters. Während der Brexit-Kampagne verglich er die Europäische Union mit Nazi-Deutschland. Und 2007 bezeichnete er die spätere amerikanische Außenministerin Hillary Clinton als „sadistische Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt“.

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