https://www.faz.net/-gum-98rta

Bis 1986 strafbar : Neuseeland annulliert Verurteilungen wegen Homosexualität

  • Aktualisiert am

Die Regenbogenfahne ist das Symbol der LGBTQ-Bewegung und ein Zeichen gegen Homophobie. (Archivbild) Bild: dpa

Ein Parlamentsbeschluss in Neuseeland ermöglicht die Annullierung von Verurteilungen wegen Homosexualität – diese war in dem Land bis 1986 strafbar. Vom Justizminister gab es eine Entschuldigung an alle Betroffenen.

          1 Min.

          Das neuseeländische Parlament hat eine Amnestie für alle wegen Homosexualität verurteilten Männer verabschiedet. Die am Dienstag einstimmig angenommene Vorlage erlaubt es den Betroffenen, ihre wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Handlungen gefällten Urteile annullieren zu lassen. Für verstorbene Verurteilte können Hinterbliebene den Antrag auf eine postume Aufhebung der Urteile stellen.

          Gleichgeschlechtlicher Sex war in Neuseeland noch bis 1986 strafbar. Justizminister Andrew Little entschuldigte sich anlässlich des Parlamentsvotums für die „Vorurteile, Stigmatisierungen und andere negative Auswirkungen“, welche die Betroffenen wegen ihrer Verurteilung erlitten hätten. Das neue Gesetz sei ein „klares Signal, dass Diskriminierung homosexueller Menschen nicht länger akzeptabel“ sei.

          Das Gesetz betrifft schätzungsweise tausend Menschen, die wegen „Unzucht unter Männern“ verurteilt wurden oder weil sie Orte für gleichgeschlechtlichen Verkehr bereitgestellt hatten. Voraussetzung für die Amnestie ist, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich stattgefunden hat und dass die Beteiligten damals mindestens 16 Jahre alt waren.

          Neuseeland gilt heute als eines der tolerantesten Länder in Hinblick auf Homosexualität. Bereits seit 2013 ermöglicht ein Gesetz das Schließen gleichgeschlechtlicher Ehen.

          Weitere Themen

          Die Pandemie im Überblick

          Zahlen zum Coronavirus : Die Pandemie im Überblick

          Das Coronavirus bestimmt weiterhin über unseren Alltag. Für den Herbst und Winter wird ein Anstieg der Infektionszahlen erwartet. Wie sich das Virus im In- und Ausland verbreitet – unsere Karten und Diagramme geben einen Überblick.

          Sieben-Tage-Inzidenz steigt über 75

          Corona-Pandemie : Sieben-Tage-Inzidenz steigt über 75

          Das Robert Koch-Institut hat 6771 Corona-Neuinfektionen registriert, die Inzidenz liegt bei 75,1. Elternvertreter und Patientenschützer fordern angesichts der steigenden Fallzahlen eine Impfpflicht für Lehrer und Pflegepersonal.

          Topmeldungen

          Wollen eine Ampel-Koalition bilden: Annalena Baerbock, Olaf Scholz, Christian Lindner

          Ampel und Schuldenbremse : So darf man nicht mit der Verfassung umgehen

          Natürlich sollte der Bund in den Klimaschutz investieren. Doch SPD, Grüne und FDP müssen das Grundgesetz achten. Einen verfassungswidrigen Haushalt vorzulegen, wäre ein schlechtes Aufbruchssignal.
          Vorbereitungen auf die Wahlparty im Konrad-Adenauer-Haus am 26. September 2021

          Union nach der Wahlniederlage : Braucht es die CDU noch?

          Die CDU hat nicht verloren, weil ihre Werte nicht mehr gefragt wären, sondern weil sie das moderne bürgerliche Lebensgefühl verfehlt hat. Sie braucht Änderungen in Stil und Inhalt. Ein Gastbeitrag.
          Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Dienstag in Straßburg bei einer Rede vor dem Europäischen Parlament

          Debatte im EU-Parlament : Morawiecki wirft EU „Erpressung“ vor

          „Die Kompetenzen der EU haben ihre Grenzen“, sagt Polens Ministerpräsident Morawiecki im Streit um die Rechtsstaatlichkeit. Kommissionspräsidentin von der Leyen hat Warschau zuvor schwere Sanktionen angedroht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.