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Bis 1986 strafbar : Neuseeland annulliert Verurteilungen wegen Homosexualität

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Die Regenbogenfahne ist das Symbol der LGBTQ-Bewegung und ein Zeichen gegen Homophobie. (Archivbild) Bild: dpa

Ein Parlamentsbeschluss in Neuseeland ermöglicht die Annullierung von Verurteilungen wegen Homosexualität – diese war in dem Land bis 1986 strafbar. Vom Justizminister gab es eine Entschuldigung an alle Betroffenen.

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          Das neuseeländische Parlament hat eine Amnestie für alle wegen Homosexualität verurteilten Männer verabschiedet. Die am Dienstag einstimmig angenommene Vorlage erlaubt es den Betroffenen, ihre wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Handlungen gefällten Urteile annullieren zu lassen. Für verstorbene Verurteilte können Hinterbliebene den Antrag auf eine postume Aufhebung der Urteile stellen.

          Gleichgeschlechtlicher Sex war in Neuseeland noch bis 1986 strafbar. Justizminister Andrew Little entschuldigte sich anlässlich des Parlamentsvotums für die „Vorurteile, Stigmatisierungen und andere negative Auswirkungen“, welche die Betroffenen wegen ihrer Verurteilung erlitten hätten. Das neue Gesetz sei ein „klares Signal, dass Diskriminierung homosexueller Menschen nicht länger akzeptabel“ sei.

          Das Gesetz betrifft schätzungsweise tausend Menschen, die wegen „Unzucht unter Männern“ verurteilt wurden oder weil sie Orte für gleichgeschlechtlichen Verkehr bereitgestellt hatten. Voraussetzung für die Amnestie ist, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich stattgefunden hat und dass die Beteiligten damals mindestens 16 Jahre alt waren.

          Neuseeland gilt heute als eines der tolerantesten Länder in Hinblick auf Homosexualität. Bereits seit 2013 ermöglicht ein Gesetz das Schließen gleichgeschlechtlicher Ehen.

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