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Bergbesteigung : Erstmals Alpinisten im Winter auf dem Nanga Parbat

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Einer der am schwierigsten zu besteigenden Gipfel: Der Nanga Parbat im pakistanischen Teil des Himalaja Bild: dpa

Seit 28 Jahren versuchen Bergsteiger den 8125 Meter hohen Berg des Himalaja im Winter zu erklimmen. Nun gelang es der Expedition um Simone Moro.

          Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro hat zum vierten Mal einen Achttausender im Winter erstbestiegen. Er zog am Freitag mit dem Polen Jerzy Kukuczka gleich, der ebenfalls vier Achttausender im Winter erstbestiegen hat.

          Simone Moro stand gegen 15.40 Uhr Ortszeit gemeinsam mit dem Basken Alex Txikon und dem Pakistani Ali Sadpara auf dem Gipfel des Nanga Parbat. So meldeten es die Bergsteiger per Funk an das Basislager. Sie waren auf der Diamir-Seite des Berges über die Kinshofer-Route, die Normalroute, zum Gipfel aufgestiegen. Das Team hatte sich erst Ende Januar im Basislager zu einer Expedition zusammengeschlossen.

          Bergsteigerin musste umkehren

          Tamara Lunger aus Südtirol, die mit Simone Moro an den Nanga Parbat gekommen und am Freitagmorgen gemeinsam mit den anderen vom Lager 4 aufgebrochen war, erreichte den Gipfel nicht. Zu den Gründen ist noch nichts bekannt. Lunger hätte die zweite Frau sein können, die je im Winter auf einem Achttausender stand. Das gelang bislang nur der Schweizerin Marianne Chapuisat, die am 10. Februar 1993 den Gipfel des Cho Oyu (8201 Meter) erreichte.

          Karl Gabl, der Innsbrucker Meteorologe, der Simone Moro bisher bei allen Winterexpeditionen an Achttausendern mit Wetterprognosen versorgt hat, empfahl den Bergsteigern schon am vergangenen Samstag einen Gipfelversuch an diesem Freitag. Die Bergsteiger brachen daraufhin am Montag vom Basislager auf und stiegen direkt zum Lager 2 in 6100 Metern. Am Dienstag mussten sie wegen des starken Windes den Aufstieg unterbrechen. Per Satellitentelefon nahmen sie nochmals Kontakt zu Karl Gabl auf, der seine Prognose bestätigte und ab Mittwoch sich abschwächenden Wind vorhersagte.

          Sechs Expeditionen in diesem Jahr gescheitert

          Seit 28 Jahren haben sich Bergsteiger im Winter an dem 8125 Meter hohen Berg im pakistanischen Teil des Himalaja versucht. Auch die Männer, die am Freitag erfolgreich waren, hatten es im Winter schon mehrfach auf unterschiedlichen Routen versucht. Im vergangenen Winter schien es zunächst so, als hätten Txikon und Sadpara berechtigte Chancen, den Gipfel zu erreichen. Weil sie in der Dunkelheit aber das richtige Couloir für den Aufstieg verfehlten und Sadpara höhenkrank wurde, mussten sie wenige hundert Meter unterhalb des Gipfels umkehren.

          In diesem Jahr waren sechs Expeditionen an den Nanga Parbat gereist. Zwei versuchten sich zunächst an einem Aufstieg über den Diama-Gletscher, über den sie auf die Route des Nanga-Parbat-Erstbesteigers Hermann Buhl gelangen wollten, zwei Expeditionen wählten die Kinshofer-Route, zwei waren auf der Rupal-Seite unterwegs.

          Nun bleibt nur noch der K2. Der 8611 Meter hohe Berg im Karakorum ist der einzige Achttausender, dessen Gipfel im Winter noch nicht erreicht wurde.

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