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Melania Trump : Das ist die neue First Lady

Beim Versuch ein menschliches Bild ihres Gatten zu zeichnen: Melania Trump spricht am 5. November 2016 bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina Bild: AFP

Im Wahlkampf trat sie kaum in Erscheinung. Jetzt wird sie die First Lady der Vereinigten Staaten. Wer ist Melania Trump?

          Gemessen an den zwei Frauen, die den nun zu Ende gegangenen Wahlkampf in Amerika geprägt haben, blieb Melania Trump schweigsam lächelnd im Hintergrund. Während Hillary Clinton vergeblich um Sympathiepunkte kämpfte und Michelle Obama die Herzen ihrer Landsleute erwärmte, blieb die Frau des künftigen Präsidenten hübsche Staffage.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Nur zweimal trat sie im Wahlkampf in Erscheinung: Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Juli trug sie eine Rede vor, die in weiten Teilen der einer Ansprache der scheidenden First Lady glich. Als Trump dann in den letzten Tagen vor dem Wahltag aufgrund der wiederaufgeflammten E-Mail-Affäre Clintons noch einmal Morgenluft witterte, trat sie zum ersten und einzigen Mal während der langen Wahlkampftour auf und suchte ein menschliches Bild von ihrem Gatten zu zeichnen.

          Zudem erzählte sie die Geschichte eines jungen Mädchens im kommunistischen Jugoslawien, das von Amerika zu träumen begann – vom Amerika Ronald Reagans. Die Frau des künftigen Präsidenten, der geschworen hat Mexikaner und Muslime aus dem Land halten zu wollen, sagte, sie sei eine Immigrantin und niemand wisse mehr als sie die Freiheit und die Möglichkeiten zu schätzen, die Amerika biete. Und dann fügte sie an, sie wolle ein sicheres Land mit sicheren Grenzen.

          Sie wurde als Tochter eines Autohändlers geboren

          Womöglich hätte sie häufiger hinter dem Rednerpult gestanden, wäre da nicht dieses Video ihres Mannes gewesen, dessen Tonspur Trumps Traum vom Einzug ins Weiße Haus fast hätte platzen lassen. Melania reagierte auf die vermeintlichen „Männergespräche“ und auch auf die Belästigungsvorwürfe einiger Fragen mit einem eisernen Lächeln: Das sei nur Gerede gewesen, was Trump da gesagt habe. Das stehe nicht für den Mann, den sie liebe. Sie denke aber manchmal, gestand sie ein, dass sie zwei Jungs zu Hause habe: Trump und den gemeinsamen Sohn Barron.

          Schweigend, lächelnd und im Hintergrund: Während des gesamten Wahlkampfs meldete sich Melania Trump (hier bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cleveland) nur zwei Mal zu Wort.

          Melania ist die dritte Frau des Immobilien-Unternehmers. Beide trafen einander 1998 bei der Fashion Week in New York. 2005 heiratete Trump das frühere Model, die 1970 als Melania Knaus in Novo mesto im heutigen Slowenien als Tochter eines Autohändlers und einer Fabrikarbeiterin geboren wurde. Früh schon sammelte sie – auch auf Betreiben ihrer Mutter – Erfahrungen als Mannequin. Ein Architekturstudium in Slowenien brach Melania, die neben ihrer Muttersprache und Englisch auch Französisch und Deutsch spricht, nach dem ersten Jahr für ihre Karriere als Topmodel ab. Es folgte ein glamouröses Leben in Mailand und Paris.

          Heute stellt sie sich in der Öffentlichkeit als Vollzeit-Mutter vor. Der Umzug vom Trump Tower in New York ins Weiße Haus dürfte anders als bei der gegenwärtigen First Family nicht mit Umstellungsschwierigkeiten aufgrund des Personalheers verbunden sein. Auf die Frage, wie sie als First Lady sein werde, sagte Melania, die erst seit 2006 amerikanische Staatsbürgerin ist: „Ich werde ich sein.“

          Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Juli trug sie eine Rede vor, die in weiten Teilen der einer Ansprache der scheidenden First Lady glich.

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