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Verschwörungsmythen im Netz : Mit digitalen Angeboten gegen die Radikalisierung von Querdenkern

Mit Ernst begegnen: Wer sogenannte Querdenker, wie diese hier am Samstag auf einer Demonstration in Offenbach, überzeugen will, sollte nachfragen. Bild: Michael Braunschädel

Wie reagiert man, wenn Bekannte Verschwörungsmythen verbreiten oder sich radikalisieren? Klassische Herangehensweisen funktionieren oft nicht – weil sich die Szene vor allem im virtuellen Raum organisiert, könnten digitale Angebote helfen.

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          Die Erkenntnis sei für Gerald B. schmerzhaft gewesen. Die Erkenntnis, dass er falschlag. Vom Jahr 2003 an lebte der Österreicher sechs Jahre lang mit Verschwörungs­mythen, leugnete wissenschaftliche Erkennt­nisse und die Existenz von Krankheiten wie Krebs oder Aids. Lange dauerte es nicht, bis er auch an den Mythos um sogenannte Reichsflugscheiben glaubte: an von den Nationalsozialisten erbaute Flug- und Raumfahrzeuge, für die es bis heute weder historische noch technische Belege gibt. Gerald B. glaubte an eine technologische Überlegenheit der Nazis während der NS-Zeit, die von einer vermeintlichen jüdischen Weltmacht unterdrückt werden sollte. Gerald B. hing rechtsradikalem Gedankengut an, „ohne dass ich das gemerkt habe“, wie der Neununddreißigjährige heute sagt.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die antisemitischen Äußerungen blieben in seinem Umfeld nicht unkommentiert. Warum er all das überhaupt glaube, wurde Gerald B. gefragt, und er sei darauf hingewiesen worden, dass er sich antisemitisch äußere – obwohl er sich früher immer gegen Antisemitismus positioniert hatte. „Ich habe nichts gegen Juden“, habe er dann beteuert. Doch er merkte, dass sich seine Aussagen widersprachen. Gerald B.s Gedankengerüst aus Verschwörungserzählungen begann zusammenzustürzen.

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