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Nanga-Parbat-Besteigung : Am Gipfel gescheitert

  • -Aktualisiert am

Zurück im Lager: Muhammad Khan, der Ali Sadpara, Alex Txikon und Daniele Nardi auf dem Nanga Parbat zur Hilfe eilte (v. l.) Bild: Foto Expedition Alex Txikon

Neben dem K2 ist der Nanga Parbat der letzte Achttausender, der noch nicht im Winter bestiegen wurde. Nun scheiterte auch die Expedition um Alex Txikon – offenbar kurz vor dem Ziel und bei besten Bedingungen.

          Die Chance war zum Greifen nahe, doch dem Spanier Alex Txikon, der mit dem Pakistaner Ali Sadpara und dem Italiener Daniele Nardi aufgebrochen war, um den Gipfel des Nanga Parbat zu erreichen, ist die Wintererstbesteigung des 8125 Meter hohen Berges nicht gelungen. Dabei deutete alles auf einen Gipfelerfolg am Freitag hin. Die Bedingungen waren nahezu perfekt, als die drei Bergsteiger gegen halb drei Uhr ihr Lager in 7200 Metern Höhe verließen. Um acht Uhr meldeten sie sich schon aus angeblich 8000 Metern Höhe. Doch gegen halb zwölf Uhr waren sie zurück im Lager ohne den Gipfel erreicht zu haben.

          „In der Dunkelheit verpassten wir die Rinne, die wir hätten nehmen sollen. Von dem Punkt aus, den wir erreichten, war es nicht mehr möglich, auf den Gipfel zu steigen. Wir versuchen es morgen noch einmal“, twitterte Txikon zunächst. Auch für den Samstag waren die Wetteraussichten ausgezeichnet: nahezu kein Wind, kein Niederschlag, Temperaturen um minus 35 Grad auf Gipfelniveau. Wenige Stunden später folgte dann die überraschende Nachricht, das Team würde am Samstag absteigen.

          In diesem Winter keine Expedition am K2

          Ali Sadpara litt an der Höhenkrankheit. Er könne nicht mehr richtig sprechen, rede Unsinn und sei nur zu unkoordinierten Bewegungen in der Lage, funkte Txikon ins Basislager. Zwar konnte der erkrankte Bergsteiger selbständig absteigen, jedoch nur sehr langsam. Wie für Höhenkranke typisch verbesserte sich der Zustand, je weiter sie nach unten kamen. Am Abend erreichten sie das Basislager.

          Der Nanga Parbat im Westhimalaja ist der neunthöchste Berg der Erde – und gilt als einer der am schwierigsten zu besteigenden Gipfel.

          Möglicherweise waren die Bergsteiger dem Gipfel näher als gedacht und sogar auf dem richtigen Weg. Denn Nardi und Txikon vertrauten ihrem pakistanischen Begleiter, der bereits zweimal den Nanga Parbat im Sommer bestiegen hatte. „Er war ohne Orientierung, fast angsterfüllt. Und dann sagte er plötzlich, wir wären auf dem falschen Weg und müssten zurück ins Lager 4“, erzählte Txikon nach seiner Rückkehr im Basislager.

          Die Chancen, dass der von den Nationalsozialisten zum „Schicksalsberg der Deutschen“ stilisierte Nanga Parbat in diesem Jahr wintererstbestiegen wird, schwinden. Am Freitag endet der kalendarische Winter. Neben dem Nanga Parbat wartet nur noch der K2 (8611 Meter) auf eine Wintererstbesteigung. Weil die Chinesen einer Expedition um den Kasachen Denis Urubko, an der auch Alex Txikon teilnehmen wollte, die Erlaubnis verweigerten, gab es in diesem Winter keine Expedition am K2.

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