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Zum Tod von Prinz Philip : „Meine Stärke und Stütze“

Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Bild: dpa

Am Freitagmorgen ist Prinz Philip im Alter von 99 Jahren gestorben. Mit Elisabeth II. trauert das Vereinigte Königreich um den Mann der Königin. Was soll aus dieser Monarchie nur ohne ihn werden? Ein Nachruf.

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          Nicht nur Trinity House, die gemeinnützige Gesellschaft, die alle Leuchttürme an den englischen Küsten betreibt, hat ihren einstigen „Master“ verloren – es war einer von zeitweise Hunderten Ehrenvorsitzen, den Prinz Philip innehatte. Seine Tochter, Prinzessin Anne, hatte ihn 2011 beerbt, der Herzog von Edinburgh fungierte seither nur noch als einer der Altbrüder („Elder Brethren“) der Leuchtfeuerverwaltung, so wie es einst auch Sir Winston Churchill ehrenhalber tat.

          Johannes Leithäuser
          (Lt.), Politik

          Nein, ganz Großbritannien fehlt mit dem Tod des zuletzt eher zurückgezogen lebenden Prinzgemahls nun ein Orientierungspunkt. Sieben Jahrzehnte lang ist Philip den Untertanen des Vereinigten Königreichs vertraut gewesen. Häufig hat er die spontanere, unkonventionellere, ja mitunter modernere Seite der Monarchie verkörpert. Er hat die zivile und fehlbare Hälfte des königlichen Paars vorgestellt, war nie komplett umgeben von royaler Aura. Zu Beginn seiner Verbindung mit der Königin empfand er das sicher als Fluch, später jedoch kam es ihm manchmal zupass.

          Jeder biographische Bericht über den Herzog von Edinburgh beginnt seit Jahrzehnten mit der Feststellung, er sei 1921 auf dem Küchentisch einer Villa auf der griechischen Insel Korfu zur Welt gekommen. Das klingt bezeichnend genug als Auftaktfanfare für eine Kindheit und Jugend, die mindestens ebenso unstet und prekär verlief wie die Zeiten, in denen sie stattfand. Philip wurde als fünftes Kind und einziger Sohn des Prinzen Andreas von Griechenland geboren – der wiederum der vierte Sohn des 1913 ermordeten griechischen Königs Georg I. und dessen Ehefrau, der Großfürstin Olga Konstantinowna Romanowa war. Eine geborgene Kindheit erfuhr Philip kaum. Im Alter von zehn Jahren war er praktisch verwaist: Die Ehe der Eltern lag in Trümmern, der Vater verlebte die Zeit bei einer reichen Erbin in Monte Carlo, die Mutter, Prinzessin Alice von Battenberg, wurde als Geisteskranke in England behandelt.

          Eine wechselhafte Erziehung

          Zu Philips bunter Abkunft aus deutschem, dänischem, niederländischem und russischem Hochadel gesellte sich eine wechselhafte Erziehung, die zunächst in England, dann (unter Aufsicht seines Schwagers, des Markgrafen von Baden) im deutschen Salem und schließlich im schottischen Gordonstoun stattfand. Während der letzten Station hatte schon ein anderer älterer Verwandter, Onkel Louis, die Aufsicht über den heranwachsenden Philip übernommen – ein Bruder seiner Mutter, der seit 1917 den anglisierten Familiennamen Mountbatten trug.

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          Prinz Philip : Ein Leben an der Seite der Königin

          Und während der Reformpädagoge Kurt Hahn, der vor den Nationalsozialisten aus Salem nach Gordonstoun geflohene Erzieher Philips, den sportlichen, naturverbundenen, pragmatischen Charakter des Prinzen prägte, bestimmte Louis Mountbatten sein Schicksal. Er lenkte Philip zur Karriere als Marineoffizier hin, die er kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auf dem Navy-College in Dartmouth begann und die er als ausgezeichneter Seeoffizier ein Jahrzehnt lang bis in den Rang eines Korvettenkapitäns verfolgte. Vor allem aber hatte Mountbatten Anteil daran, dass der lehrgangsbeste Fähnrich Philip bei einem Besuch der Königsfamilie in Dartmouth die damals 13 Jahre alte Prinzessin Elisabeth kennenlernte und mit ihr fortan über die gesamte Kriegszeit hinweg in Verbindung blieb.

          Ein Leben voller offizieller Termine

          Als wieder Frieden war, hielt Philip bei König Georg VI. um die Hand seiner Tochter an. Die Heirat setzte den jungen Prinzen Transformationszwängen aus, die sein Leben verformten: Er war ja ohnehin mehr durch seine Erziehung als durch die Herkunft bestimmt, doch das verbliebene Erbe hatte er jetzt der Räson der britischen Monarchie zu opfern. Er tauschte die Zugehörigkeit zur griechischen Orthodoxie gegen die Mitgliedschaft in der Kirche Englands, und er gab den dynastischen Herkunftsnamen Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg zugunsten des adoptierten mütterlichen Namens Mountbatten auf. Aus der Perspektive der Windsor-Familienetikette genügte auch das nicht ganz: Weder wurde Philip zur Königlichen Hoheit erhoben (das geschah erst 1956, nach fast zehn Ehejahren und einer Ehekrise), noch konnte er der Dynastie, dem Königshaus und seinen Kindern den eigenen (adoptierten) Nachnamen vererben. Er habe die unbestimmte „Funktion einer Amöbe“ im königlichen Haus, soll der frustrierte Prinzgemahl damals geseufzt haben.

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