https://www.faz.net/-gum-a58m7

Nach Gerichtsurteil : Johnny Depp tritt von Grindelwald-Rolle zurück

  • Aktualisiert am

Depp bei der Ankunft an einem der Verhandlungstage in London im Juli. Bild: AFP

Schauspieler Johnny Depp wird im nächsten Teil der „Phantastische Tierwesen“-Reihe nicht als Gellert Grindelwald zu sehen sein – auf Wunsch von Warner Brothers. Damit hat das Urteil gegen ihn im „Sun“-Prozess erste Konsequenzen.

          1 Min.

          Der amerikanische Film-Gigant Warner Brothers hat Schauspieler Johnny Depp gebeten, von der Rolle des Grindelwald zurückzutreten – einer Bitte, die der Schauspieler nun nachgekommen ist. Demnach wird Depp, der vor allem durch seine Rolle als Captain Jack Sparrow in den fünf „Fluch der Karibik“-Teilen bekannt wurde, in der Fortsetzung der “Phantastische Tierwesen“-Reihe nicht mehr als Gellert Grindelwald zu sehen sein.

          Auslöser für den Rückzug des 53-Jährigen von seiner Rolle scheint ein Gerichtsprozess zu sein, den der Schauspieler vergangene Woche in Großbritannien verloren hatte: Dort klagte er gegen das Boulevardblatt „Sun“ wegen Verleumdung, nachdem es ihn 2018 als „wife beater“, also als „Ehefrauenschläger“, bezeichnet hatte. Johnny Depp verlor den dreiwöchigen Prozess, in dem auch seine frühere Frau Amber Heard ausgiebig zu Wort kam.

          Beide warfen sich in den teilweise über 20 Stunden langen Zeugenaussagen gegenseitig jahrelange Gewaltausbrüche und auch Drogen- und Alkoholexzesse vor. Während er ein Bild von Heard als „Goldgräberin“ zeichnete, warf sie ihm unter anderem 14 Handgreiflichkeiten vor. Dabei war Heard als Zeugin für das Boulevardblatt „Sun“ geladen; um sie und Depp ging es also nur indirekt. Der vorsitzende Richter Andrew Nicol war trotz einer diffusen Beweislage schlussendlich der Meinung, dass die Streitigkeiten zwischen Heard und Depp ihrer Karriere als Schauspielerin und Aktivistin geschadet hätten.

          Nun also zieht Arbeitgeber Warner Brothers Konsequenzen. Johnny Depp schreibt in seinem Statement auf Instagram, dass er das Anliegen des Filmproduktion respektiere, aber dennoch gegen das surreale Urteil des britischen Gerichts vorgehen und es entsprechend anfechten werde. Er wolle weiterhin für die Wahrheit kämpfen und beweisen, dass die Anschuldigungen gegen ihn falsch seien: „Mein Leben und meine Karriere werden nicht von diesem Moment bestimmt werden.“

          In Amerika beginnt im Mai 2021 ein weiterer Prozess gegen Johnny Depp, den seine frühere Ehefrau Amber Heard wegen Verleumdung anstrebt und in Zuge dessen sie 100 Millionen Dollar Schadenersatz verlangt. Zuvor hatte Depp die Schauspielerin auf 50 Millionen Dollar Entschädigung verklagt, da ihre Anschuldigungen in mehreren Medien seiner Meinung nach für sein Ausscheiden aus der „Fluch der Karibik“-Reihe verantwortlich ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Söder am Dienstag in München

          Entscheidung für Laschet : Wie Söder sich verkalkuliert hat

          Tagelang hatte es so ausgesehen, als könnte Markus Söder sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchsetzen. Doch Armin Laschet gelang es offenbar am Sonntagabend, das Blatt zu wenden – bei einem denkwürdigen Zusammentreffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.