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Erste Episode von „CSYOU“ : Die CSU ist jetzt auf Youtube

Auf Wolke 7 mit Youtube: Armin Petschner moderiert das neue Youtube-Format der CSU. Bild: youtube.com/watch?v=jY9hBIiKL6M / Screenshot F.A.Z.

Nach dem Rezo-Debakel probiert sich jetzt zumindest die CSU mit eigener Show auf Youtube. Der erste Auftritt der Christsozialen ist dabei aber vor allem überheblich.

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          Die CSU kann jetzt auch Youtube. Wobei können erstmal heißt: Die Partei hat ein Video produziert und hochgeladen. Am Samstag erschien auf dem Kanal der Bundestagsfraktion die erste Folge von „CSYOU“. In der Show will die Partei über Tagespolitik und ihre Arbeit im Bundestag informieren. Ein CSU-Landesgruppen-Sprecher erklärte am Samstag, die Fraktion habe die erste Social-Media-Show in der deutschen Politik gestartet. „Damit beschreiten wir in der Kommunikation neue Wege.“ Die sind, nun ja, noch etwas holprig.

          Julia Anton
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Als „Influencer“ auserkoren haben die Christsozialen ihren Referenten für Digitale Kommunikation, Armin Petschner, im Video ganz Youtube-like schlicht als „der Armin“ vorgestellt. Der darf ganz CSU-like im Hemd vor einer Wand, die mit „#CSUliefert“ beschriftet ist, in die Kamera quatschen. 

          Die Partei versucht sich dabei nicht nur mit Verzicht auf Nachnamen ihrer neuen Zielgruppe anzupassen. Wie auf Youtube üblich probieren es auch die Macher von „CSYOU“ mit schnellen Schnitten, die ohne Schnittbilder auskommen, sowie Emojis (eine Denkblase, wenn Petschner nachdenkt) und Soundeffekten (ein Turbinengeräusch, wenn’s um Fliegen geht), die das Erzählte untermalen sollen. Dabei meinen sie es aber etwas zu gut: So sucht man sich nach Ende des knapp fünf Minuten langen Videos einen ruhigen Fixpunkt, damit das Auge sich erholen kann. 

          „Liebe Greta, nimm nächstes Mal einfach den Flieger“

          Inhaltlich wird in den Kategorien „Aufreger der Woche“ und „Klartext der Woche“ ausgeteilt: Gegen Greta Thunberg, deren Versuch, CO2-neutral in die Vereinigte Staaten zu reisen, bekanntlich nicht ganz geklappt hat, gegen die Grünen, die laut einer vor sechs Wochen veröffentlichten Statistik deutlich mehr geflogen sind als andere Bundestagsabgeordnete, und gegen die Organisatoren der Unteilbar-Demo am vergangenen Samstag in Dresden, die keine Deutschlandfahnen wollten, DDR- und Antifa-Symbole aber okay fanden. Zwar sind die Kritiken nicht unberechtigt – doch sympathisch wirkt es auch nicht gerade, wenn Petschner Greta Thunberg erklärt, sie solle bei ihrer nächsten Reise nach Amerika „einfach den Flieger“ nehmen und die Unteilbar-Machern sagt, sie sollten ihre „eigene Message ernst nehmen“ und „ja zu schwarz-rot-gold“ sagen.

          Nachdem also klar ist, dass die anderen nichts können, kommt Petschner zu den „Good News der Woche“. Die Groko ist nämlich ganz, ganz super. Wer lesen will, was sie alles geschafft hat, muss aber Pause drücken, denn es geht sogleich zur letzten Kategorie: Das Thema der (vorvorletzten) Woche, kostenlose Zugtickets für Bundeswehrsoldaten. Das ist in zweifacher Hinsicht ein geeignetes Thema für „CSYOU“, denn da kann die CSU sich und die Groko nochmal selbst loben und gleichzeitig gegen die Grünen austeilen. Sachlich und differenziert, wie die CSU es damals von Rezo gefordert hatte, ist sie dabei selbst nicht unbedingt. 

          Rund 23.000 Aufrufe hatte das „CSYOU“-Debüt am Samstagnachmittag. Die ersten Reaktionen auf Youtube fielen verhalten aus, 4900 „Daumen runter“ gegen 615 „Daumen hoch“. Auf Facebook fand sich neben „Peinlich“-Kritiken aber auch Lob, dass die CSU mit dem Weg zu Youtube „moderner“ wird – ein wichtiger Schritt, nachdem die Schwesterpartei CDU auf das Rezo-Video noch mit einem PDF antworten wollte. Für die zweite Folge wünscht man der CSU daher, dass es sich mit politischen Youtube-Shows verhält, wie beim Pfannkuchenbacken: Der erste Versuch geht daneben, danach läuft’s rund. Vielleicht helfen dabei eine Prise Bescheidenheit und eine Messerspitze Sachlichkeit.

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