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Die Peking kehrt zurück : Ein Schiff wird kommen

Schaulustige bestaunen das Segelfrachtschiff Peking in der Peters Werft in Wewelsfleth. Bild: Daniel Pilar

Zwischen Rost und Globalisierung: Nach mehr als 80 Jahren kehrt die Peking wieder in ihren Hamburger Heimathafen zurück. Damit endet die Geschichte einer Odyssee.

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          Konstantin Jakobi ist in den Bauch der Peking hinabgestiegen. Dort erstreckt sich vor ihm die große Leere, der Laderaum des alten Schiffs, eingefasst von Stahlwänden. Ein paar Handwerker laufen herum, es wird gehämmert, es riecht nach Lack, und Jakobi wirkt ganz verzückt. „Hier versteht man, was internationaler Handel bedeutet“, sagt er. „Hier versteht man, was Masse ist.“ Jakobi spricht von der Globalisierung, von den Häfen der Welt als den Knotenpunkten, von Gewinnern und Verlierern.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          109 Jahre alt ist die Peking, gut 5300 Tonnen Ladung konnte sie über die Meere bringen. Einst holte sie Salpeter in schweren Säcken aus Südamerika nach Hamburg. Wenn sie an diesem Montag nach Hamburg zurückkehrt, nach mehr als 80 Jahren, wird ihr Bauch leer bleiben. Die Peking wird zu einem Museumsschiff werden, dort, wo sie 1911 vom Stapel lief. Es wird das Ende einer Odyssee sein, nach unzähligen Fahrten auf stürmischer See, nach Jahrzehnten unter fremder Flagge und anderem Namen, nach vielen Jahren, in denen sie an einem Pier in New York vor sich hin rostete. In Hamburg, wo sie sehnsüchtig erwartet wird, soll sie ein neues Wahrzeichen werden.

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