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Nach der Prozesseinstellung : DSK verlässt New York in Windeseile

  • -Aktualisiert am

Er darf das Land offiziell verlassen: Dominique Strauss-Kahn mit seiner Frau Anne Sinclair Bild: AFP

Nach der Einstellung des Strafverfahrens will Strauss-Kahn die Vereinigten Staaten so schnell wie möglich verlassen. Mutter Natur jedoch machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

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          Vermutlich hat niemand das Erdbeben der Stärke 5,8, das die Ostküste am Dienstag erschütterte, stärker zu spüren bekommen als Dominique Strauss-Kahn. Nach der Einstellung des Missbrauchsprozesses gegen den ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds beendete das Beben in Manhattan nicht nur in Sekunden die Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft. Sie kostete den Zweiundsechzigjährigen auch die schnelle Rückkehr nach Frankreich.

          Da in New York alle Behörden geschlossen wurden, konnte Strauss-Kahn den nach seiner Festnahme am 14. Mai eingezogenen Reisepass nicht abholen. Vielmehr musste der freie Mann weiter unfreiwillig in dem Land ausharren, in dem er nach der Anklage wegen versuchter Vergewaltigung und erzwungenem Oralsex schon mehr als drei Monate festsaß.

          „Bösartig oder bedauernswert oder beides“

          Mit seiner Frau Anne Sinclair soll Strauss-Kahn Manhattan schon am Dienstag in Windeseile den Rücken gekehrt haben. Sein Anwalt Benjamin Brafman sagte, er sei in sein Haus nach Washington gefahren, um ein paar „persönliche Dinge“ zu ordnen. Unterdessen beschäftigte der „Fall DSK“ weiter die Anwälte und Rechtsexperten.

          Strauss-Kahns Anwalt bezeichnet das Opfer als „bösartig oder bedauernswert oder beides”

          Brafman sagte dem Sender „CNN“ über die Hotelangestellte Nafissatou Diallo, die vor zwei Wochen eine Schadenersatzklage gegen ihren angeblichen Peiniger einreichte, sie sei „bösartig oder bedauernswert oder beides“. Da sich die 33 Jahre alte Einwanderin aus Guinea in Widersprüche verstrickt habe, sei sie eine besonders schlechte Zeugin für Chefankläger Cyrus Vance Jr. gewesen. „Ein Kreuzverhör hätte sie nie überlebt.“

          Zivilprozess aus der Ferne

          Diallos Verteidiger Kenneth Thompson nannte dagegen weiterhin die Prominenz des Franzosen und sein Vermögen als Ursachen für das schnelle Ende des Strafprozesses: „Wenn Dominique Strauss-Kahn ein Busfahrer aus dem Süden der Bronx wäre, hätte die Staatsanwaltschaft vermutlich keinen Gedanken an die Ungereimtheiten in Diallos Geschichten verschwendet.“

          Ob Strauss-Kahn nach der Ankündigung, „möglichst schnell nach Hause“ zurückkehren zu wollen, bald wieder ein Flugzeug nach New York besteigen wird, um sich einem Zivilprozess zu stellen, wird inzwischen bezweifelt. „Er könnte einfach gar nicht erst vor Gericht erscheinen“, sagte Rechtsexperte Jeffrey Toobin.

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