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Nach 25 Jahren : Musiksender Viva endgültig eingestellt

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Da war die Welt noch in Ordnung: Mola Adebisi, Viva-Moderator, hält 2003 im Sendegebäude das bekannte Logo des Musiksenders in Händen. Bild: dpa

„Rest in Peace“ hieß es am Montag um 14 Uhr auf Viva. Der Sender wurde wie geplant abgeschaltet – verabschiedete sich aber zuvor noch mit einem besonderen Song.

          Nach etwas mehr als einem Vierteljahrhundert auf Sendung ist der deutsche Musikkanal Viva Geschichte. Am Montagmittag um 14 Uhr wurde der Sender, der einst Moderatoren wie Stefan Raab hervorbrachte, wie geplant endgültig abgeschaltet. Der letzte Musiktitel, den Viva spielte, war durchaus symbolisch: Es handelte sich um „Zu geil für diese Welt“ von den Fantastischen Vier. 1993 war genau dieses Lied als erster Videoclip auf dem damals neuen Sender gezeigt worden. Viva endete so, wie es einst begann.

          Auf Facebook verabschiedete sich der Sender mit einem Video, in dem verschiedenen Prominente wie Samy Deluxe, Oliver Pocher, die Fanatischen Vier und Udo Lindenberg von dem Sender. „Es war einfach eine großartige Zeit“, sagt der TV-Moderator Matthias Opdenhövel, der seine Karriere bei dem Sender begann. Auch die Fans zeigten sich in den Sozialen Netzwerken bestürzt: „Ich finde das sehr, sehr schade. Viva war ein großer Teil meiner früheren Jugend“, schrieb eine Nutzerin.

          Das Aus hatte der Träger, das Medienunternehmen Viacom, bereits im Sommer angekündigt. Schon seit längerem hatte sich Viva einen Programmplatz mit dem Kanal Comedy Central, der ebenfalls zu Viacom gehört, geteilt. Dessen Sendezeit wird nun wieder auf 24 Stunden ausgeweitet – zuvor musste der Sender sich zehn Jahre lang die Sendezeit mit verschiedenen Kanälen teilen. Comedy Central übernahm – zunächst
          noch mit Viva-Logo – um 14 Uhr mit der Zeichentrickserie „American Dad“.

          Gestartet war Viva am 1. Dezember 1993 als deutscher Gegenentwurf zu MTV. Vor allem in den Neunziger galt der Sender als absolut prägend: für Jugendliche in Deutschland, aber auch für das Fernsehen insgesamt.

          Viele später erfolgreiche Moderatoren, Schauspieler und Autoren wurden bei Viva entdeckt, neben Raab auch Charlotte Roche, Heike Makatsch und Oliver Pocher. Mit seinen Sendungen wurde Viva selbst zu einem Stück Popkultur.

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