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Oberbürgermeister will 3G : 2022 „definitiv keine Wiesn für alle“

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Der Münchner Alt-Oberbürgermeister und ehemalige Anzapfkönig Christian Ude (SPD) zapfte im Schiller Bräu wie in alten Zeiten mit zwei Schlägen an. Bild: dpa

„Wenn sich jemand nicht testen oder impfen lassen will, dann wird er auch 2022 nicht aufs Oktoberfest gehen können“, sagt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Im Gegenzug soll in den Bierzelten Betrieb wie vor Corona herrschen.

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          Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigt schon jetzt klare Corona-Eindämmungsmaßnahmen für das Oktoberfest 2022 an. „Es wird definitiv keine Wiesn für alle geben“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag. „Wenn sich jemand nicht testen oder impfen lassen will, dann wird er auch 2022 nicht aufs Oktoberfest gehen können.“ Nur für Kinder gebe es Ausnahmen. Im Gegenzug solle in den Bierzelten und auf dem Festgelände Betrieb wie vor Corona herrschen, versicherte Reiter. „Eine kastrierte Wiesn kann es nicht geben.“

          In den Zelten etwa könne es keine Vorschriften wie Abstandhalten oder das Tragen von Masken geben, sagte der Oberbürgermeister. „Das ist dann kein Oktoberfest. Bevor so etwas kommt, lassen wir es lieber sein.“

          Das Oktoberfest war wegen der Corona-Pandemie 2020 und 2021 abgesagt worden. Ob es 2022 tatsächlich wieder klappt, soll laut Reiter spätestens im April endgültig feststehen. „Ich möchte auf jeden Fall, dass es in meiner Amtszeit bei zwei Wiesn-Absagen bleibt.“ Es müsse allerdings sichergestellt werden, „dass es eine sichere Wiesn ist“.

          Unterdessen wurden am Samstag zum ursprünglich geplanten Wiesn-Start um 12.00 Uhr Bierfässer angestochen. Auf der Theresienwiese sammelten sich Volksfest-Fans mit Brotzeitkorb und mitgebrachtem Bier und prosteten sich um 12.00 Uhr zu. Normalerweise hätte der amtierende Münchner Oberbürgermeister mit dem Anzapf-Ritual das größte Volksfest der Welt eröffnet. Nun schwang in Gaststätten mal der Braumeister, mal der Wirt, mal ein Pfarrer und mal ein Playmate den Schlegel. Auch ein Minister war dabei. Während Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) im Augustiner Klosterwirt zwei Schläge brauchte, musste ein paar Schritte weiter im Hofbräuhaus das Wiesnplaymate 2021, Vanessa Teske (26), zwölf Mal zuschlagen, ehe das Bier floß.

          Der Münchner Alt-Oberbürgermeister und ehemalige Anzapfkönig Christian Ude (SPD) zapfte im Schiller Bräu wie in alten Zeiten mit zwei Schlägen an – er hatte das als erster OB 2005 bei dem 200-Liter-Fass auf dem Oktoberfest geschafft. Im vergangenen Jahr war Ude nicht ganz so gut in Form und brauchte eine Reihe Schläge mehr. „In meinem Alter fragt man nicht mehr, wie viele Schläge braucht er, sondern wie viele Schläge schafft er noch“, witzelte der 73-Jährige.

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