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Davo Karnicar im Jahr 2000 auf seinem Rückweg nach Kathmandu Bild: ASSOCIATED PRESS

Alpinist und Extremskifahrer : Mount-Everest-Abfahrer Davo Karnicar gestorben

Davo Karnicar meisterte als Erster die Ski-Abfahrt vom Mount Everest und fuhr von sämtlichen Seven Summits ab. Am Montag ist der Extremskifahrer im Alter von 56 Jahren beim Holzfällen tödlich verunglückt.

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          Er war der Mann, der als Erster den Mount Everest auf Ski hinabfuhr: Im Herbst 2000 hatte der Slowene Davo Karnicar weltweit Aufsehen erregt, als er auf der Südseite des höchsten Bergs der Welt die erste Skiabfahrt vom Gipfel bis ins Basislager schaffte, ohne dabei die Ski abschnallen zu müssen. Am Montag ist der erfahrene Alpinist und Extremskifahrer nach Medienangaben beim Holzfällen im Alter von 56 Jahren in seiner Heimatgemeinde Jezersko in den slowenischen Alpen tödlich verunglückt.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Karnicar war in seiner Jugend als Skirennläufer aktiv gewesen und hatte Anfang der neunziger Jahre mit seinem Bruder Andrej als Techniker und Servicemann für die norwegische Skimannschaft gearbeitet. In dieser Zeit unternahm er auch immer wieder Ski-Expeditionen an die höchsten Berge der Welt. 1993 scheiterte seine geplante erste Skiabfahrt vom K2 (8611 Meter), dem zweithöchsten Berg der Welt, weil ein Sturm seine Ski auf knapp 8000 Meter davongerissen hatte. Zwei Jahre später gelang ihm mit Andrej die erste Abfahrt von der Annapurna (8091 Meter), bei der er schwere Erfrierungen erlitt. 1996 versuchte er sich erstmals an der Nordseite des Mount Everest, musste jedoch wegen eines schweren Sturms auf 8300 Meter umkehren und verlor dabei zwei Finger durch Erfrierungen.

          Karnicar zog seine Lehren aus dem gescheiterten Projekt. Als er im Jahr 2000 genügend Sponsoren und Unterstützer gefunden hatte, nahm er sich die Südseite des Everest vor und stieg in der schneereicheren Herbstsaison mit einem Team aus Bergsteigern und Helfern auf. Wegen der extremen Kälte entschied er sich, während des Aufstiegs künstlichen Sauerstoff zu benutzen. „Mir ging es hauptsächlich um die Skiabfahrt“, sagte er dazu später in einem Interview. „Auf den Gipfel zu kommen, war nur der Beginn meines Abenteuers. Ich wollte es in der großen Kälte nicht riskieren, nicht einmal den Startpunkt zu erreichen.“

          Er fuhr von allen Gipfeln der Seven Summits ab

          In der Nacht des 7. Oktober erreichte Karnicar den Gipfel. Um acht Uhr morgens begann er die Abfahrt im extrem steilen, stark lawinengefährdeten Gelände. Er rastete nur kurz am Südsattel, arbeitete sich weiter nach unten, umfuhr den zerklüfteten Khumbu-Eisfall und erreichte gegen 12.40 Uhr das Basislager. Inklusive Aufstieg war er 15 Stunden auf den Beinen gewesen. Nach der Ankunft habe er sich gefühlt, als wäre „Lichtjahre von der Welt entfernt“, sagte Karnicar später in einem Interview. Er sei sogar zu müde gewesen, um richtig glücklich zu sein.

          In den Jahren darauf fuhr Karnicar von sämtlichen Gipfeln der Seven Summits ab, der höchsten Berge aller Kontinente. Er unternahm weiter extrem anspruchsvolle Berg- und Skiprojekte, auch in den Alpen. Im Juli 2017 wollte er noch einmal die erste Skiabfahrt vom K2 versuchen, musste aber aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Ein Jahr später gelang dann dem Polen Andrzej Bargiel die erste K2-Abfahrt. Bargiel ist derzeit auch zum Mount Everest unterwegs, um dort als Erster die Skiabfahrt ohne künstlichen Sauerstoff zu bewältigen.

          Davo Karnicar lebte zuletzt mit seiner zweiten Frau und den gemeinsamen Kindern in dem Bergort Zgornje Jezersko in Nordslowenien, wo er eine Ski- und Bergschule betrieb. Am Montag erlitt er dort bei einem Forstunfall tödliche Verletzungen, wie die Tageszeitung „Delo“ am Dienstag unter Berufung auf die Polizei berichtete. Ein Baum, den er mit einer Motorsäge gefällt habe, sei auf ihn gestürzt.

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