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Offiziell beschlossen : Mohrenstraße in Berlin wird nach erstem schwarzen Gelehrten umbenannt

Bald steht hier „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“ zur Erinnerung an den ersten schwarzen Gelehrten an einer deutschen Universität. Bild: ZB

Die Mohrenstraße in Berlin Mitte wird einen neuen Namen erhalten. Zukünftig soll sie an den ersten schwarzen Gelehrten an einer deutschen Universität erinnern – der wurde dort bereits im 18. Jahrhundert promoviert.

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          Die Mohrenstraße im Berliner Bezirk Mitte soll umbenannt werden. Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstag auf Antrag von Grünen und SPD. Die Straße soll nach dem ersten schwarzen Gelehrten an einer deutschen Universität Anton-Wilhelm-Amo-Straße heißen. In dem Beschluss heißt es, das Bezirksamt werde ersucht, „unverzüglich den Vorgang zur Umbenennung zu starten“.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Zur Begründung heißt es, nach heutigem Demokratieverständnis sei „der bestehende rassistische Kern des Namens belastend und schadet dem nationalen und internationalen Ansehen Berlins“. Die Bevölkerung kann sich an dem Prozess der Umbenennung nicht beteiligen, alternative Vorschläge für den Straßennamen können nicht eingereicht werden.

          Mehrere Initiativen, die sich für die Umbenennung starkgemacht hatten, begrüßten den Beschluss. Berlin schreibe „Weltgeschichte“, teilte die Initiative „Berlin Postkolonial“ mit. Berlin verbanne „eine Beleidigung aus dem Stadtraum“ und ehre „einen widerständigen Gelehrten aus Afrika“.

          Amo, der um 1700 geboren wurde, war aus dem heutigen Ghana als Sklave nach Deutschland verschleppt und an den Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel verschenkt worden, wo er eine hervorragende Bildung genoss. Er wurde 1729 in Halle promoviert und wirkte als Rechtsgelehrter an den Universitäten von Halle, Wittenberg und Jena.

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