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„Bedrohliche Dynamik“ : Mobbing und Cybermobbing nehmen zu

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Opfer von Mobbing und Cybermobbing leiden häufig an Depressionen. Bild: dpa

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist schon mal Opfer von Mobbing gewesen. Besonders bei Schikanen im Internet nimmt die Zahl der Betroffenen zu.

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          Egal ob im persön­lichen Umgang oder über Mails und soziale Netzwerke: Immer mehr Erwachsene werden Opfer von Mobbingattacken. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing mit Unterstützung der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Befragt wurden 2000 Deutsche im Alter von 16 bis 65 Jahren. 32,6 Prozent der Befragten sind demnach bereits von Mobbing betroffen gewesen, das entspricht 17 Millionen Erwachsenen in Deutschland. Beim Cybermobbing sind es sechs Millionen, wobei 82 Prozent der Betroffenen angeben, auch Opfer von klassischem Mobbing zu sein.

          Die Autoren der Studie warnen vor einer „bedrohlichen Dynamik“. Verglichen mit den Ergebnissen 2018 ist die Zahl der Mobbingattacken um 8,3 Prozent gestiegen, bei Cybermobbing waren es sogar 25 Prozent. Dieser Anstieg dürfte auch mit der Corona-Krise und der damit verbundenen beschleunigten Digitalisierung zusammenhängen. Durch die Kontaktbeschränkungen und die Homeoffice-Pflicht haben sich viele Lebensbereiche in den digitalen Raum verlagert.

          Junge Menschen bis 25 Jahre und Frauen werden besonders häufig Opfer von Mobbing. Während klassisches Mobbing vor allem auf dem Schulhof, in der Ausbildung oder in sozialen Berufen stattfindet, betrifft Cybermobbing alle Berufe gleichermaßen. An der Hälfte der Vorfälle sind Vorgesetzte beteiligt. Aber auch im privaten Umfeld kommt es zu Mobbingattacken – jede zweite findet dabei im Freundeskreis statt.

          Die Mobbingopfer leiden, so die Studie, unter Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen und einem verringerten Selbstvertrauen. Auch physische Probleme wie Magen-Darm-Beschwerden können die Folge sein. Am Arbeitsplatz melden sie sich fast doppelt so oft krank wie Nichtbetroffene. Rund 15 Prozent der Mobbingopfer stufen sich als suizidgefährdet ein.

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