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Miosgas Abschied von Robin Williams : „O Captain! My Captain!“

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„Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga im Gedenken an Robin Williams Bild: ARD/Screenshot

Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben die „Tagesthemen“ dem Schauspieler Robin Williams Tribut gezollt. Caren Miosga moderierte nicht hinter, sondern auf dem Pult - in Anspielung auf eine von Williams’ berühmtesten Szenen.

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          Es war eine ungewöhnliche Moderation zum Abschied von einem außergewöhnlichen Schauspieler: Breitbeinig steht Caren Miosga am Dienstagabend auf dem Pult im „Tagesthemen“-Studio. „Vielleicht ahnt schon der eine oder andere, warum ich hier etwas unorthodox statt hinter dem Tisch auf dem Tisch stehe“, sagt die Moderatorin in der Kamera. Im Hintergrund sind Schwarzweißbilder des Hollywoodstars Robin Williams zu sehen. Der 63 Jahre alte Schauspieler war am Montag tot in seinem Haus in Kalifornien aufgefunden worden.

          Man müsse die Dinge zuweilen aus einer anderen Perspektive sehen, sagte Miosga in Anspielung auf die berühmte Szene aus dem Film „Club der toten Dichter“, in der Schüler einem von Williams gespielten Lehrer Respekt zollen, indem sie auf ihre Tische kletterten. „Mit dieser Geste verneigen wir uns vor einem der größten Schauspieler“, sagte Miosga und schloss mit den Worten aus einem Walt-Whitman-Gedicht, die in dem Film ebenfalls eine große Rolle spielen: „O Captain! My Captain!“.

          Auch in Amerika wies ein Fernsehmoderator dem Schauspieler auf ungewöhnliche Weise seine Reverenz: Zach Klein vom Fernsehsender WSB brachte am Dienstag 22 Titel von Williams’ Filmen in einem zweieinhalbminütigen Sportbericht unter. „Ich wollte zeigen, wie sehr ich Williams’ Talent bewundere“, erklärte Klein. „Für viele war es ein harter Tag und ich dachte, ein subtiler Tribut an einen von vielen geliebten und bewunderten Mann sei das Mindeste, was ich tun könne.“

          Vor dem Haus der Schauspielers in dem Nobelort Tiburon gedachten auch viele Fans des Oscar-Preisträgers, der laut seiner Sprecherin an Depressionen litt. „Es ist an der Zeit, dass die Welt das Leid depressiver Menschen erkennt“, sagte eine Frau, die mit einem Blumenstrauß zu dem Anwesen gekommen ist. „Robins Leben erschien so perfekt, aber er muss sehr gelitten haben.“

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