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Silvester : Milliarden begrüßen das Jahr 2019

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Blick über die Partymeile am Brandenburger Tor in Berlin zum Neujahrsfest Bild: EPA

Weltweit feiern Milliarden Menschen das neue Jahr – viele Millionen früher als andere. Den Start machten Staaten im Pazifik. In Sydney fiel das Feuerwerk besonders groß aus. In Deutschland ist die größte Partymeile in Berlin.

          In Deutschland fieberten die Menschen am Montagabend dem Jahreswechsel noch entgegen, während in einigen Teilen der Welt 2019 schon längst begonnen hat. Den Start machten wie immer Einwohner von Pazifikinseln, gefolgt von Neuseeland und Australien und später Ländern wie Südkorea und den Philippinen.

          Die deutsche Feuerwerksbranche rechnete mit einem gleichbleibend hohen Silvesterumsatz von mehr als 130 Millionen Euro - auch wenn es dieses Jahr eine Debatte über Sinn und Unsinn von Feuerwerk und Böllerei gegeben hatte in Zeiten hoher Feinstaubbelastung in den Städten. Unter anderem hatte das Umweltbundesamt zu einem Verzicht auf privates Silvesterfeuerwerk aufgerufen.

          In Sydney wurde das neue Jahr um 14 Uhr deutscher Zeit mit einem farbenfrohen Spektakel begrüßt - laut Veranstaltern gingen 8,5 Tonnen Feuerwerk in die Luft, noch einmal 500 Kilo mehr als voriges Jahr. Zu Lichterregen erklang Musik der 2018 gestorbenen Soul-Sängerin Aretha Franklin. Für den Aufenthalt im Silvester-Areal zahlten Zuschauer Eintritt bis zu 60 Dollar (37 Euro). Auch in Melbourne leuchtete der Nachthimmel.

          Etliche Kommunen haben Feuerwerk verboten

          In China begann 2019 um 17 Uhr deutscher Zeit ruhig, weil das große chinesische Neujahrsfest erst im Februar ist. Ausnahme ist die Sonderverwaltungszone Hongkong, wo ein glitzerndes Feuerwerk den Hafen erleuchtete. Auch in Taiwans Hauptstadt Taipeh gab es ein großes Feuerwerk vor Hochhauskulisse.

          Tagsüber hatten Menschen dem Brauch des Silvesterschwimmens in kaltem Wasser gefrönt, unter anderem in Luzern in der Schweiz oder im Hafen von Kopenhagen.

          In Deutschland forderte angesichts der Zunahme von Angriffen auf Polizisten und Feuerwehrleute die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Respekt gegenüber den Einsatzkräften. „Polizei und Rettungskräfte sind auch Silvester für Euch da. Lasst Sie Ihre Arbeit machen und greift Sie nicht an. Sie sind für Euch da“, ermahnte GdP-Bundeschef Oliver Malchow über Twitter.

          In Sydney wurde in diesem Jahr so viel Pyrotechnik gezündet wie noch nie – und erstmals wurden Karten für die besten Plätze verkauft. Bilderstrecke

          Etliche Kommunen haben in den vergangenen Jahren Feuerwerk aus Brandschutzgründen oder Sorge vor Randale verboten. Ein allgemeines Feuerwerksverbot gilt um Kirchen, Krankenhäuser, Altersheime und brandgefährdete Gebäude. Mit strikten Kontrollen wollte die Polizei in Hannover das erstmals geplante Feuerwerksverbot in der zentralen Innenstadt durchsetzen.

          Friedliche Party in Berlin

          Deutschlands größte Silvesterparty mit Hunderttausenden Besuchern ging wieder in Berlin am Brandenburger Tor über die Bühne. Schon seit dem Nachmittag hatten sich an den Eingängen Schlangen gebildet. Dies war auch den Sicherheitskontrollen geschuldet. Feuerwerk, Flaschen, spitze Gegenstände und größere Taschen waren auf dem Party-Areal verboten. Schon anderthalb Stunden vor Mitternacht wurden die Zugänge zu dem riesigen Party-Areal wegen Überfüllung geschlossen.

          Die Besucher feierten den Jahreswechsel zu einem buntgemixten Bühnenprogramm, das von Eagle Eye Cherry über DJ Bobo, Bonnie Tyler und Alice Merton bis Nico Santos reichte. Höhepunkt auch in diesem Jahr: Das Höhenfeuerwerk über dem Brandenburger Tor um Mitternacht.

          Anders als in den Vorjahren gab es laut Polizei bis Mitternacht kaum unangenehme Vorfälle: keine Übergriffe auf Helfer oder Polizisten wurden demnach bis dahin gemeldet, und zunächst auch nur zwei Beschwerden über Antanzereien. „Es ist wirklich recht ruhig dieses Jahr“, sagte eine Sprecherin.

          Wer in der Nacht zum Dienstag Raketen in den Himmel schießen wollte, musste fast überall in Deutschland damit rechnen, dass viele Wolken die Sicht auf das Feuerwerk behindern. Das windstille und bewölkte Wetter könnte vor allem im Südwesten und Süden eine hohe Feinstaubbelastung zur Folge haben.

          Vielerorts in der Republik sollte ein Polizeiaufgebot Übergriffe wie in der Kölner Silvesternacht vor drei Jahren verhindern. Damals waren am Dom viele Frauen sexuell bedrängt und beraubt worden. Die Vorkommnisse machten weltweit Schlagzeilen.

          Hohe Sicherheitsvorkehrungen trafen international auch große Städte wie Paris und Istanbul. Frankreich und die Türkei hatten in den vergangenen Jahren eine besonders hohe Terrorgefahr. In Rom waren Böller, Knallkörper und Leuchtraketen zu Silvester verboten. Bürgermeisterin Virginia Raggi unterzeichnete „zum Schutz der Unversehrtheit der Bürger“ eine entsprechende Verordnung, die vom 31.12 bis zum 1.1. um Mitternacht gilt. Die größte Party sollte in Italiens Hauptstadt auf dem Circus Maximus und in der Umgebung starten, wo am Silvestertag und in der Nacht 1000 Künstler auftreten sollten. Dort war auch das offizielle Feuerwerk geplant.

          Als letztes begrüßen Menschen auf der zur Insel-Gruppe Amerikanisch-Samoa gehörenden Insel Tutuila das Jahr 2018. Dort feiern die Bewohner um 12.00 Uhr MEZ am Montag Happy New Year. Um 13.00 Uhr beginnt auf der Bakerinsel und der Howlandinsel das neue Jahr. Diese sind jedoch unbewohnt.

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