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Mickie Krause im Gespräch : „Findet ihr mich peinlich?“

Ich gebe meinen Kindern da keine Ratschläge. Ihre Erfahrungen müssen sie selbst machen. Die Kids kontrollieren sich im Grunde auch untereinander. Ihre Freundeskreise sind gut, wir kennen die Eltern und würden schnell eine Info bekommen, wenn etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

Mit welchen Gefühlen denken Sie daran, dass Ihre Töchter dereinst Mallorcas Nachtleben erobern dürften?

Das wird mir noch die eine oder andere schlaflose Nacht bereiten. Aber ich hoffe, dass die Kinder nicht so werden wie ich. Sie haben Gott sei Dank auch etwas mehr von meiner Frau, sind ein bisschen ruhiger und entspannter. Ich bin ganz froh, drei Mädels zu haben, die haben auch weniger Stress in der Schule als Jungs. Wenn ich das mit meinem Werdegang vergleiche . . .

Sie sind mal von der Schule geflogen.

Genau. Ich bin aus der Realschule unehrenhaft entlassen worden und auf der Hauptschule gelandet. Aber wenn das nicht passiert wäre, würde ich heute hier nicht sitzen - weil der Musiklehrer mein Talent erkannt und gefördert hat. Ich habe trotzdem noch den Realschulabschluss und das Fachabitur geschafft, dürfte also Sozialpädagogik studieren. Werd’s aber nicht mehr machen.

Eine Boulevardzeitung hat spekuliert, Sie bekämen pro Auftritt 6000 Euro.

Dazu äußere ich mich nicht. Aber wenn 6000 stimmt, dann ist es viel zu wenig - ich hätte mehr verdient (lacht).

Ist das der beste Beweis für die Familientauglichkeit Ihres Jobs: dass Sie damit Ihrer Familie ein sorgenfreies Leben ermöglichen können?

Geld spielt bei uns in der Familie eigentlich keine Rolle. Klar, ich besitze den Luxus eines Hauses auf Mallorca und habe ein schönes Haus in Deutschland, aber meine Kinder leben nicht so, als wären sie Prinzessinnen.

Von Mai bis September fliegen Sie jeden Dienstag nach Mallorca und mittwochs wieder zurück. Insgesamt haben Sie 250 Auftritte im Jahr. Das klingt wieder wenig familiengerecht.

Ich habe trotzdem den Eindruck, dass ich meine Familie relativ viel sehe. Ich habe montags fast immer frei, und wenn ich Jobs am Freitag- oder Samstagabend habe, fahre ich erst um 18 oder 19 Uhr los und komme sonntagmorgens um drei oder vier Uhr nach Hause. Die Kinder haben dann praktisch gar nicht mitbekommen, dass ich weg war.

Was wäre, wenn eine Ihrer Töchter eines Tages sagte: Papa, ich will auch auf Mallorca als Sängerin auftreten?

Kann sie gern machen, nur darf sie nicht erwarten, dass ich sie unterstütze, weil ich weiß, wie anstrengend das ist. Und den meisten Frauen in der Partyszene fehlt das Selbstvertrauen, den Leuten zu sagen: Hört mal her, ihr seid hier die Könige, aber ich bin die Kaiserin.

Friseurin jedenfalls wird garantiert keine Ihrer Töchter werden wollen.

Glaube ich auch nicht. Meine Schwägerin ist Friseurin - die einzige, die mir noch die Haare schneiden möchte. Meine älteste Tochter habe ich vor kurzem gefragt, ob sie schon irgendwelche Vorstellungen hat. Sie meinte: Papa, ich werde in vier Wochen dreizehn, da muss ich mir noch keine Gedanken machen. Aber die Jüngste hat schon gefragt, was für einen Schulabschluss man braucht, wenn man Schauspielerin werden möchte.

Partysänger, geboren 1970 als Michael Engels; gelernter Jugend- und Heimerzieher; seine Zielgruppe, scherzt er gern, sei die gleiche geblieben.

Bekannt als: der Held der alkoholisierten Massen in Mallorca-Discos, Bierzelten und Après-Ski-Hütten.

Bekannt durch: die fragwürdige Perücke, die er auf der Bühne stets trägt; fragwürdige Lieder mit eindeutig zweideutigen Texten: „Zehn nackte Friseusen - mit richtig feuchten... Haaren“.

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