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Metallica spielt Höhner : Viva Heavy Metal!

Metallica in Köln (Archivbild von 2017) Bild: dpa

Metallica spielt in Köln vor 50.000 Fans – und stimmt den lokalen Gassenhauer „Viva Colonia“ der Höhner an. Höhner-Sänger Henning Krautmacher fühlt sich geadelt und will sich revanchieren.

          Wäre Metallica nicht Metallica, müsste man dieser Band übelsten Opportunismus vorwerfen: Doch die kalifornische Metal-Band, die sich über mangelnden kommerziellen Erfolg in ihrer langjährigen Karriere wahrlich nicht beklagen kann, dürfte kaum darauf angewiesen sein, ihre Zuschauer bei Livekonzerten durch Coverversionen bekannter regionaler Hits anzuheizen. Sie tut es aber trotzdem und spielt bei den aktuellen Konzerten meist einen Hit mit Lokalkolorit an – in Schweden neulich einen Abba-Song, natürlich, und in Köln: „Viva Colonia“ von den Höhnern. Auch natürlich.

          Vor rund 50.000 Fans stimmte Bassist Robert Trujillo am Donnerstagabend im Kölner Stadion den Gassenhauer der rheinischen Band um Sänger Henning Krautmacher an. Metallica-Gitarrist Kirk Hammett legte die Metalgitarre drunter. Da passte zwar nicht jeder Ton und die kölsche Aussprache war, nun ja, mit Luft nach oben; aber darum geht es nicht. Die Menge war irritiert – und stimmte dann ein. Ziel erreicht, und die Höhner haben auch etwas davon. Ein Gespräch mit Henning Krautmacher, dem Sänger und Frontmann der Höhner.

          Herr Krautmacher, Metallica covert die Höhner. Wie bewerten Sie die Leistung der Edelmetaller?

          Inzwischen habe ich – glaube ich – 15 oder 16 verschiedene Clips von unterschiedlichen Menschen, die beim Konzert dabei waren, per SMS oder E-Mail bekommen. Ich würde Metallica empfehlen, es immer wieder genauso zu machen. Das gesamte Stadion war doch begeistert!

          Ja, schon, aber die Hürden liegen hoch: Wie ist die kölsche Aussprache gelungen? Bassist Trujillo ist Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln...

          Da kann ich nur ein großes Lob aussprechen! Schließlich hat sich der Mann die Mühe gemacht, den Text (in der Originalsprache) erst einmal rauszuhören, dann aufzuschreiben und dann auch noch zu singen! Chapeau!

          Hat sich Metallica oder das Management vorher oder nachher bei Ihnen gemeldet?

          Nein! Sonst wäre es ja auch keine Überraschung für uns gewesen.

          Weltstar covert Lokalstar. Ist das für Sie eine Ehre?

          Es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die bezeichnen diese Aktion als Ritterschlag für die Höhner. Das kann ich insofern gerne akzeptieren, weil Heavy Metal bislang noch nicht in die Reihen der musikalischen Stil-Richtungen aufgenommen war, die die Höhner bedienen.

          Wie wäre es mit einer Retourkutsche? Wollen Sie beim nächsten Konzert einen Metallica-Song covern? „Seek and destroy“ vielleicht?

          Dieselbe Idee hatten wir natürlich auch unmittelbar! Und wir mussten auch gar nicht lange überlegen, welches Stück dafür infrage kommt. In einer Höhner-Version würde „Nothing Else Matters“ übersetzt werden mit: „Alles andere zählt nit!“ Vielleicht werden wir diese Idee auch noch in die Tat umsetzen – zunächst aber haben wir die Band spontan eingeladen, eine unserer Shows in Oberhausen zu besuchen. Dort gastieren wir nämlich noch bis einschließlich Sonntag, 16. Juni mit unserer Höhner-Rockin-Roncalli-Show. Das nächste Konzert von Metallica findet ja erst am 6. Juli in Berlin statt.

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