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Merkels VW : Schwarz, Rot, Golf

  • -Aktualisiert am

Mehr Licht: Mit dem ehemaligen Auto der Kanzlerin wirbt Dirk Fricke nun für sein Unternehmen Frisch-Licht. Bild: dpa

Der erste West-Wagen der Kanzlerin macht jetzt Werbung – für Dirk Fricke. Der hat ihren alten Golf im Internet ersteigert und leiht ihn jetzt an Interessenten aus. Zum Beispiel an die CDU.

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          Dirk Fricke ist überaus zufrieden. Der Unternehmer aus Arnsberg im Sauerland hatte vergangene Woche für 10 165,02 Euro das erste West-Auto von Angela Merkel auf Ebay ersteigert. Das Medienecho war enorm: „Mein Telefon steht nicht mehr still“, sagt Fricke begeistert. Eine bessere Werbung für „Frisch-Licht“ kann er sich kaum vorstellen. Das Unternehmen für Beleuchtungstechnik mit 32 Angestellten konnte in den vergangenen Tagen so viele Zugriffe auf die Internetseite verzeichnen wie nie zuvor.

          Dabei ist bisher noch gar nicht viel mit dem alten Golf passiert, seit Fricke ihn vom Berliner Verkäufer per Auto-Anhänger nach Arnsberg gebracht hat. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arnsberg hatte der Ortsverein der CDU angefragt, ob sie den Wagen anlässlich des Besuchs der Kanzlerin ausleihen könne. Medienwirksam wurde er neben der Bühne präsentiert - die Regierungschefin widmete dem Wagen jedoch keine wirkliche Aufmerksamkeit. „Das macht mir überhaupt nichts“, sagt Fricke. „Da kamen auch so schon genug Leute, die den Golf oder den Fahrzeugschein mit Merkels Namen fotografieren wollten.“ Und damit auch den prominent aufgeklebten Satz: „Frisch-Licht kauft Merkel-Golf“.

          Jetzt steht der weiße Golf der späteren Kanzlerin in Frickes Garage neben dem Familienauto - schließlich hat er ihn privat gekauft, auch wenn er damit Werbung für sein Unternehmen macht. Gerne leihe er den Golf II für Veranstaltungen oder auch an Museen aus. Die Deutschen sollen doch das ehemalige Auto ihrer Kanzlerin sehen können. Es sei ihm wichtig gewesen, dass der Wagen nicht wie einst das Papst-Auto in die Vereinigten Staaten verkauft wird.

          Ob das einen solchen Preis rechtfertigt, ist wohl eine Frage der Perspektive - in Japan wurde jetzt für umgerechnet 58 000 Euro eine Teetasse verkauft, aus der Lady Gaga einmal getrunken haben soll. Dagegen sind 10 165,02 Euro für einen Golf fast harmlos. Immerhin ist er am Montag noch trotz seiner 190 000 Kilometer auf dem Tachometer ohne Mängel durch den TÜV gekommen. Angemeldet hat Fricke ihn trotzdem nicht: In den Straßenverkehr soll er ohnehin nicht mehr.

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