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Megyn Kelly über „Blackfacing“ : „Als ich ein Kind war, war das in Ordnung“

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Megyn Kelly am Set von „Megyn Kelly Today“ Bild: AP

Eine Bemerkung über „Blackfacing“ hätte Megyn Kelly fast ihren Job gekostet. Laut ihrer Entschuldigung ist die amerikanische Moderatorin jetzt aber auch der Meinung, dass sich Weiße an Halloween nicht schwarz anmalen sollten.

          Es war eine für amerikanische Verhältnisse ruhige Runde, in der die Moderatorin Megyn Kelly die Sätze sagte, die sie fast ihren Job gekostet hätten: Sie verstehe nicht, was daran rassistisch sei, wenn sich ein Weißer an Halloween als Schwarzer schminke: „Als ich ein Kind war, war das in Ordnung, solange man eine bestimmte Person darstellen wollte“, sagte die ehemalige „Fox News“-Moderatorin in ihrer „NBC“-Show „Megyn Kelly Today“ am Dienstag.

          Nach Halloween 2017 war die Schauspielerin Luann de Lesseps dafür kritisiert worden, sich als Sängerin Diana Ross verkleidet zu haben – mit schwarzer Perücke und dunkler Haut. Später entschuldigte sich de Lesseps dafür. Kelly fand das übertrieben, wie sie in der Sendung sagte: „Jeder liebt Diana Ross. Warum kann man sich an Halloween nicht für einen Tag als Diana Ross verkleiden?“ Sie könne nicht nachvollziehen, warum das rassistisch sei.

          Mittlerweile hat man es ihr offenbar erklärt. In einer E-Mail an ihre Kollegen entschuldigte Kelly sich laut „BBC“: „Die Geschichte von Blackfacing in unserer Kultur ist abscheulich, die Wunden sind zu tief.“ Am Mittwoch eröffnete sie ihre Sendung mit den Worten: „Ich bin Megyn Kelly und ich möchte mit zwei Worten beginnen: I'm sorry.“ Sie habe gelernt, dass es angesichts der Geschichte von Blackfacing, „die von Rassisten in diesem Land auf schreckliche Weise benutzt wird“, nicht in Ordnung sei, dass es Teil eines Kostüms ist, an Halloween oder zu anderen Anlässen.

          Ohne diese Entschuldigung hätte Kelly ihren Job wohl kaum behalten können: Der Vorsitzende von „NBC News“, Andrew Lack, wurde auf der Homepage des Senders mit den Worten zitiert: „Es gibt keinen anderen Weg, dies zu sagen: Ich verurteile diese Bemerkungen. Es gibt keinen Platz in unseren Sendungen oder an diesem Arbeitsplatz für sie.“ Er werde mit Kelly sprechen, um „das zu klären“.

          In Amerika ist Blackfacing schon lange ein riesiges Thema. Warum? Tahir Della von der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ sagt: „Nicht nur in Amerika haben sich weiße Schauspieler und Schauspielerinnen lange zur Belustigung der Leute schwarz geschminkt, aber nicht neutral, sondern völlig überzeichnet. Damit wurden rassistische Ressentiments über den dümmlichen Schwarzen verbreitet.“ Außerdem hätten schwarze Schauspielerinnen nicht vor Weißen auftreten dürfen. „Auch deswegen haben sich weiße Schauspieler schwarz angemalt, wenn Schwarze in einer Geschichte vorkommen sollten.“

          Von Kellys Argumentation, dass es doch in Ordnung sei, wenn man eine bestimmte Person darstellen wolle, die man toll finde, hält Della nichts: „Sie lässt damit den historischen Kontext komplett außer Acht. Man kann das nicht damit vergleichen, wenn sich jemand als Bauarbeiter verkleidet, weil damit keine historische traumatische Erfahrung verbunden ist.“

          Selbst wenn es für Kelly als Kind normal gewesen sei, sich schwarz zu schminken, sei das für Schwarze auch damals schon problematisch gewesen. „Das kann man nicht ausklammern.“ Was man seinem Kind sagen solle, wenn es sich als Barack Obama verkleiden wolle? „Dann kann es sich ja einfach einen Anzug anziehen. Warum muss ein Schwarzer darauf reduziert werden, dass er Schwarz ist? Was spielt seine Hautfarbe für eine Rolle?“

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