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Reaktionen auf Oprah-Interview : „Den Sexismus und Rassismus kenne ich aus eigener Erfahrung“

  • -Aktualisiert am

Vor der Geburt von Sohn Archie habe man sich im Buckingham Palace laut Gedanken über die Hautfarbe des ersten Kindes des Herzogpaares gemacht, erzählte Meghan im Interview mit Oprah Winfrey. Bild: AP

Meghan und Harry haben im Interview mit Oprah Winfrey kaum an Details zum Zerwürfnis mit dem Königshaus gespart. In Amerika und Großbritannien sind die Reaktionen unterschiedlich.

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          Mobbing, Rassismus und Suizidgedanken: das Herzogspaar von Sussex hat bei dem ersten gemeinsamen Interview seit dem Umzug nach Kalifornien kaum etwas ausgelassen. „Ihre Worte belegen den Schmerz und die Grausamkeit, die sie erfahren musste“, schrieb die Tennisspielerin Serena Williams bei Instagram über ihre Freundin Herzogin Meghan.

          Erst allein, dann mit Ehemann Prinz Harry an der Seite, hatte die 39 Jahre alte Kalifornierin der Moderatorin Oprah Winfrey in einer aufgezeichneten Sendung in der Nacht zu Montag zwei Stunden lang über angebliche Affronts des britischen Königshauses berichtet. Vor der Geburt von Sohn Archie habe man sich im Buckingham Palace laut Gedanken über die Hautfarbe des ersten Kindes des Herzogpaares gemacht – und schließlich davon abgesehen, ihm den Titel eines Prinzen zu geben. „Den Sexismus und Rassismus, den Institutionen und Medien nutzen, um Frauen und Nicht-Weiße zu verleumden und sie kleinzumachen, kenne ich aus eigener Erfahrung“, schimpfte Williams.

          Gorman: „Ein Leben ohne Gefängnis“

          Auch die Poetry Slammerin Amanda Gorman, die bei der Amtseinführung von Präsident Joe Biden über Nacht zum Star wurde, stilisierte Herzogin Meghan zur Vorkämpferin für Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Wandel. „Meghan lebt zwar kein Leben ohne Schmerz, aber ein Leben ohne Gefängnis“, ließ die 23 Jahre alte Kalifornierin ihre 1,5 Millionen Follower bei Twitter wissen. Wie Hunderte weitere Twitternutzer lobte Billie Jean King das Herzogspaar unter dem Hashtag #OprahMeghanHarry derweil für das Bekenntnis zu eigenen psychischen Problemen. „Hoffentlich führt das zu mehr Verständnis und Hilfe für Menschen in Not“, twitterte die amerikanische Tennis-Ikone.

          Bei vielen Briten kam „Oprah With Meghan and Harry“ dagegen weniger gut weg. Moderator Piers Morgan warf dem Enkel von Königin Elisabeth II. Illoyalität und Rücksichtslosigkeit vor: „Er geht vor aller Welt mit einer Sprühpistole auf die komplette Familie los, während Prinz Phillip im Krankenhaus liegt.“ Dan Wootton, Radiomoderator und Adelskenner, ging noch einen Schritt weiter. Durch das Interview habe das Herzogspaar die Beziehung mit dem Königshaus endgültig zerstört. „Eine Versöhnung ist schwer vorstellbar, nachdem sie die Royals als rassistisch und kalt beschrieben haben“, meinte der Journalist bei Twitter. „Jetzt werden sie doch bestimmt auch ihre Titel als Herzog und Herzogin aufgeben, oder?“       

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