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Meghan Markle im Portrait : Plötzlich Prinzessin

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Szene aus „Suits“: Vor der Rückbesinnung auf ihre adeligen Wurzeln machte Meghan Markle in Hollywood Karriere. Bild: Getty Images

Als Kind verbrachte sie ihre Nachmittag am Set von „Eine schrecklich nette Familie“, schrieb Briefe an Frauenrechtlerinnen und die First Lady. Dass Meghan Markle jetzt im Könighshaus ankommt, überrascht ihre Weggefährten nur wenige.

          Zumindest in den Augen britischer Royal Watchers legte Meghan Markle ein ziemliches Tempo hin. Auf ein Blind Date mit Prinz Harry im Juni 2016 folgte nach wenigen Wochen die erste gemeinsame Reise in den Busch von Botswana. Ein paar heimliche Besuche und viele Gerüchte später gab der Enkel von Königin Elisabeth II. im November 2016 bekannt, dass er sich in die kalifornische Schauspielerin verliebt habe. Bis zur offiziellen Verlobung vergingen nur zwölf Monate. Und an diesem Samstag tritt Markle mit ihrem Prinzen auf Schloss Windsor vor den Traualtar – knapp zwei Jahre nach dem ersten Treffen in einer Londoner Bar.

          Was sich für standesbewusste Briten anhört wie eine Hollywood-Märchen à la „Plötzlich Prinzessin“, hat nur wenige von Markles Weggefährten in ihrer kalifornischen Heimat überrascht. „Das Königshaus hat sie schon immer fasziniert. Sie hatte sogar ein Buch über Prinzessin Diana im Regal“, erinnerte sich ihre frühere Freundin Ninaki Priddy in der „Daily Mail“. „Sie liebte die Idee von Bürgerlichen, die Mitglied der königlichen Familie werden.“ Ein Video aus dem Fundus der Familie Priddy zeigt die acht Jahre alte Markle als „Queen“ mit einer Krone auf den damals noch gelockten Haaren. „Sie stand immer im Mittelpunkt und war die Anführerin“, sagte Priddy.

          Die heutige Schmuckdesignerin lernte Markle vor mehr als 30 Jahren im Little Red School House in Hollywood kennen. Der für progressive Erziehungsmethoden berühmte Kindergarten mit angeschlossener Grundschule zog vor allem die Kinder Filmschaffender aus den benachbarten Studios an. Meghans Vater Thomas Markle arbeitete als Lichttechniker für Fernsehserien. Nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau Roslyn Loveless lernte er am Set der Seifenoper „General Hospital“ Ende der Siebziger die Maskenbildnerin Doria Ragland kennen. Am 4. August 1981, zwei Jahre nach der Hochzeit, brachte Ragland die gemeinsame Tochter Rachel Meghan Markle zur Welt.

          Wie Andrew Morton in der gerade erschienenen Biographie „Meghan Markle: A Hollywood Princess“ beschreibt, folgten ein paar unbeschwerte Jahre, bevor sich Markles Eltern kurz nach ihrem sechsten Geburtstag scheiden ließen. Während Ragland als Reisekauffrau arbeitete und sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden ließ, verbrachte ihre Tochter die Nachmittage bei Thomas Markle am Set der Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“. „Für ein Mädchen in der Uniform einer katholischen Schule war es ein lustiger und gleichzeitig perverser Ort“, erinnerte sich Meghan Markle später an die Jahre hinter den Kulissen der Serie, in der ein Familienvater sein Faible für Stripperinnen und Sexclubs auslebte.

          Schon als Elfjährige für Frauen gekämpft

          Als Schülerin der Immaculate Heart High School fiel Prinz Harrys Verlobte immer wieder durch soziales Engagement auf. Einen Werbespot für Spülmittel, der Frauen als Abwasch-Feen zeigte, erregte die Elfjährige so, dass sie Beschwerdebriefe an den Hersteller, die Frauenrechtlerin Gloria Allred und die damalige First Lady Hillary Clinton schrieb. Einige Wochen später legte der Spülmittelproduzent den Spot neu auf, dieses Mal mit abwaschenden Leuten anstelle von Frauen.

          Im selben Jahr wurde „Flower“, wie ihre Eltern Meghan nannten, Mitglied der Frauenorganisation National Organization for Women. „Ich war eine junge Feministin. Mir war es immer wichtig, Stellung zu beziehen“, erinnerte sich Markle in Samantha Bretts Buch „The Game Changers“. Gelegentlich stieß die Tochter eines Weißen und einer Afroamerikanerin aber auch an Grenzen. Als sie auf einem Schulformular ihre ethnische Herkunft angeben sollte, fühlte sie sich weder in der Kategorien „Caucasian“ noch „Black“ richtig aufgehoben. Frustriert gab die Schülerin das Formular ab, ohne ein Kreuzchen gemacht zu haben. Zu Hause trug Thomas Markle seiner Tochter auf, künftig auf Formularen die Kategorie „gemischtrassig“ zu ergänzen.

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