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Harry und Meghan : Eine nahezu perfekte Hochzeit

Strahlend kam das frisch getraute Paar am Samstagmittag aus der Kirche. Bild: Reuters

Eine Kirche voller Promis, ein glücklich dreinschauendes Brautpaar, ein Befremden auslösender Pfarrer: Die royale Hochzeit in Windsor ist ohne Pannen verlaufen – und war doch deutlich amerikanischer als erwartet.

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          In einer prunkvollen und makellosen Zeremonie haben sich Prinz Harry, Herzog von Sussex, und die amerikanische Schauspielerin Meghan Markle, die nun die Herzogin von Sussex ist, am Samstag in Windsor das Jawort gegeben. 600 geladene Gäste sahen dabei zu, wie das Paar in der St. George Chapel vom Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, getraut wurden. Außerhalb der Kirche verfolgten Zehntausende, die nach Windsor gekommen waren, den feierlichen Akt. Das Ereignis wurde in die ganze Welt übertragen.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Pünktlich um zwölf Uhr britischer Zeit betrat Markle mit einem meterlangen weißen Schleier die Kapelle. Er wurde von zehn Blumenkindern gehalten, unter ihnen auch Prinz George und Prinzessin Charlotte, die Kinder von Prinz William und seiner Frau Kate. Markles Schwiegervater, Prinz Charles, führte die Braut zum Altar, wo er sie Harry übergab, der – wie auch sein Bruder William – in Uniform erschienen war. Unter den Gästen befand sich die 92 Jahre alte Queen und ihr Mann, Prinz Philip, der im Juni 97 Jahre alt wird. Von Seiten Markles Familie war nur ihre Mutter Doria Ragland anwesend. Markles Vater, Thomas Markle, hatte aus gesundheitlichen Gründen abgesagt; die beiden Halbgeschwister der Braut waren nicht eingeladen worden. Auch berühmte Persönlichkeiten aus der Welt des Show-Business', des Sports, der Mode und der Musik waren in die Kapelle eingeladen, darunter Serena Williams, David und Victoria Beckham, George und Amal Clooney und Elton John. Aus der politischen Sphäre erschien nur John Major, der Britannien als Premierminister in den neunziger Jahren gedient hatte.

          Der Gottesdienst war weniger traditionell und deutlich multikultureller, als es frühere Trauungen in der St. George Chapel gewesen sind. Ein Gospel-Chor sang „Stand By Me”. Als Solist wurde der junge britische Star-Cellist Sheku Kanneh-Mason ausgewählt. Zwei schwarze Priester richteten das Wort an die Hochzeitsgesellschaft. Die leidenschaftliche, auf manche etwas eitel wirkende Predigt von Bischof Michael Curry rief ein gewisses Befremden und unterdrücktes Amüsement auf den Gesichtern der Königsfamilie hervor. Am Ende erhob sich die Gemeinde, um die britische Nationalhymne zu singen.

          25 Minuten Kutschfahrt durch Windsor standen nach der Trauung auf dem Programm. Bilderstrecke

          Nach dem Gottesdienst und dem ersten offiziellen Kuss auf der Freitreppe bestieg das Brautpaar eine offene Kutsche und ließ sich von vier Pferden durch die Straßen in Richtung Windsor Castle ziehen, wo ein Empfang ausgerichtet wurde. Zehntausende Schaulustige bildeten ein mehr als drei Kilometer langes Spalier, schwenkten den Union Jack und jubelten dem Brautpaar zu. Einige von ihnen waren schon am Donnerstag in Windsor eingetroffen, um einen guten Platz zu erhalten.

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