https://www.faz.net/-gum-10dfc

McCain/Palin-Kampagne : Levi Johnston wird zensiert

  • Aktualisiert am

Aus Alaska auf die Bühne: Bristol Palin und Levi Johnston Bild: dpa

Er ist ein durchschnittlicher Kerl vom Lande, spielt Eishockey und feiert Partys. Doch weil Levi Johnston bald Schwiegersohn der möglichen Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, Sarah Palin, ist, wird sein Leben eifrig retuschiert.

          1 Min.

          In Wasilla mit seinen kaum 10.000 Einwohnern, wo Sarah Palin von 1996 bis 2002 Bürgermeisterin war, bevor sie 2006 Gouverneurin von Alaska wurde, wussten die Freunde von Bristol Palin und Levi Johnston schon seit Wochen von der Schwangerschaft. Nach Angaben von Levis Mutter Sherry planten die beiden sogar schon seit Monaten ihre Hochzeit.

          So mag man kaum glauben, dass die womöglich künftige Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten dieses Detail dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain verschwiegen hat. Trotzdem wird erst jetzt hektisch Schadensbegrenzung betrieben: Während die 17 Jahre alte Bristol zusammen mit dem ein Jahr älteren Vater ihres Kindes beim Parteitag der Republikaner in St. Paul brav winkte und applaudierte, wurden über Nacht ihre persönlichen „MySpace“-Internetseiten überarbeitet.

          Vom durchschnittlichen Kerl zum geschniegelten Unterstützer

          Bilder, auf denen sie Gewehre, Schnapsflaschen und Bierdosen in der Hand hielten (Alkohol ist für Teenager in Alaska strikt verboten) wurden genauso gelöscht wie Fotos, die sie in obszönen Posen zeigen. Selbstcharakterisierungen verschwanden ebenfalls: „I'm a fucking redneck“ stand auf Levi Johnstons Seite nach Angaben der „New York Daily News“ noch vor kurzem zu lesen.

          Und ganz Amerika schaut zu
          Und ganz Amerika schaut zu : Bild: AP

          Inzwischen ist aus dem eher durchschnittlichen Kerl vom Lande, der gerne Eishockey spielt und Partys feiert, ein geschniegelter Unterstützer der McCain/Palin-Kampagne geworden. Was über sie hereinbrechen könnte, ahnten nicht nur die Johnstons nicht, deren Haus in Wasilla seit Dienstag von Dutzenden Journalisten belagert wird. Auch Bristols und Levis Leben ist nicht mehr dasselbe. Dabei behauptet die baldige Großmutter Sarah Palin weiterhin hartnäckig, sie und ihre Familie seien „ganz normal“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Podcast starten 29:25

          Podcast-Serie zur Wahl : Wo noch jeder Zweite SPD wählt

          Im Bund abgeschlagen, im hohen Norden ungeschlagen: Zwischen Krabbenfischern und Gewerkschaftern ist die SPD in Emden noch Volkspartei. Auf der Suche nach dem Erfolgsgeheimnis.
          Gegenstand verschiedener neuer Bücher: der frühere amerikanische Präsident Donald Trump

          Neue Bücher über Trump : Hitler-Vergleiche und Wutausbrüche

          Mehrere Journalisten veröffentlichen neue Bücher über Donald Trump. Der gab dafür Interviews und nutzte sie vor allem, um wieder Lügen über eine „gestohlene Wahl“ 2020 zu verbreiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.