https://www.faz.net/-gum-9ntqm

Musik-Produzent Ronson : „Für meine Neurosen war ich stets dankbar“

Und wie kommen Sie klar mit all diesen so talentierten wie exzentrischen Frauen? Wie wichtig für Ihre Arbeit ist Psychologie?

Psychologie ist immer dabei. Wenn du Texte schreibst, versuchst du zum Kern menschlicher Emotionen vorzudringen. Wie kann man etwas ausdrücken, das persönlich ist, sich aber universell anfühlt für jeden, der zuhört? Und wenn man mit anderen Künstlern kooperiert, schaut man stets, wie weit man mit ihnen gehen kann, wie man sie zu einer besonderen Leistung treiben kann.

Liebling der Weltstars: Ronson bei der Oscar-Verleihung 2019 mit Lady Gaga.

Man erfährt ja stets nur von Ihren erfolgreichen Projekten. Kommt es auch mal vor, dass eine Zusammenarbeit komplett scheitert?

Nicht wirklich. Ich glaube, ich habe inzwischen einen Instinkt dafür, mit wem ich auskommen werde, üblicherweise weiß ich das nach einem zwanzigminütigen Treffen. Wenn es sich bei diesem ersten Date gut anfühlt, dann weiß ich, dass wir etwas zustande bringen werden. Aber natürlich habe ich sehr viele beschissene Songs gemacht, auf die ich gar nicht stolz bin, etwa 2016 einen Song für den „Ghostbusters“-Film oder den Coca-Cola-Song für die Olympischen Spiele. Doch man lernt aus seinen Fehlern.

Wie einschüchternd muss man sich die Zusammenarbeit mit Paul McCartney bei dessen Album „New“ vorstellen? Er ist nicht nur ehemaliger Beatle, sondern auch der Mann, der Sie vor dem Ertrinken gerettet hat, als Sie sechs waren.

Ich dachte mir: Du musst gut sein, sonst wird er es bald bereuen, dir das Leben gerettet zu haben. Es war sehr einschüchternd für mich, weil ich großen Respekt vor der gesamten Musikgeschichte habe, und ich habe im Raum den Geist jedes Produzenten gespürt, mit dem Paul McCartney je zusammengearbeitet hat, von George Martin über Nigel Godrich bis Elvis Costello. Man muss sich jedoch sagen: Er hätte jeden haben können, doch er wollte genau dich, und dafür muss es einen Grund geben. Er weiß natürlich, dass am ersten Tag jeder die Kabel falsch einstöpselt, vor Aufregung, weil es Paul McCartney ist. Am zweiten Tag reißt du dich dann besser zusammen und verschaffst ihm einen coolen Sound. Normalerweise höre ich mir nicht so oft an, woran ich früher gearbeitet habe, es sei denn, ich bin betrunken und möchte angeben. Kürzlich habe ich aber den Song „New“ wieder gehört und gedacht: Das ist cool – in dreißig Jahren, wenn ich in Rente oder auf dem Totenbett bin, werde ich mir sagen, das ist ein Song, den ich mit Paul McCartney gemacht habe, und er hat diesen Vibe.

Als vergangenes Jahr Miley Cyrus’ Haus in Malibu abbrannte, hat sie das gefasst aufgenommen – und nur ihrem darin aufgebauten Elvis-Schrein nachgetrauert. Welchen Besitz würden Sie unbedingt vor den Flammen retten wollen?

Ich besitze ein Gemälde des Malers Moise Kisling aus den dreißiger Jahren, das mich in seiner Schönheit tief bewegt; das wäre vermutlich das, was ich retten würde. Nach den Hunden. Mileys damaliger Freund Liam Hemsworth hat zwanzig Tiere aus ihrem Haus gerettet, und danach habe ich sie gefragt: Jetzt wirst du ihn heiraten, stimmt’s? Und sie hat es getan.

Weitere Themen

Mit Herz und Kraft

Sarah Connor in Frankfurt : Mit Herz und Kraft

Ihre Konzerte in Stuttgart, Mannheim und Zürich hat sie wegen einer Bronchitis absagen müssen. Aber für den Auftritt in Frankfurt ist Sarah Connor rechtzeitig fit geworden. Zur Freude ihrer Fans im ausverkauften Haus.

Das gute Alte

Nick Waterhouse in Frankfurt : Das gute Alte

Einen in den frühen sechziger Jahren gebräuchlichen traditionellen Sound bewahren und dennoch quicklebendig klingen: Dieses Kunststück vollbringt Nick Waterhouse. An diesem Abend live im Club Gibson in Frankfurt.

Topmeldungen

Parteitag der Grünen : Alles scheint möglich

Die Grünen profitieren enorm von der Debatte über den Klimaschutz. Auf ihrem Parteitag in Bielefeld wollen sie sich inhaltlich trotzdem weiter öffnen. Und eine Frage schwebt über allem: Wird es einen grünen Kanzlerkandidaten geben?

Impeachment-Ermittlungen : Sie macht nur Ärger

Am zweiten Anhörungstag der Impeachment-Ermittlungen wird klar, wie Donald Trump die frühere amerikanische Botschafterin in Kiew aus dem Weg räumen ließ.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.