https://www.faz.net/-gum-8dwog

Ehedrama : Türke zeigt Ehefrau wegen Präsidentenbeleidigung an

  • Aktualisiert am

Wegen Beleidigung des Staatschefs Recep Tayyip Erdogan ging eine Ehe zu Bruch. Bild: AFP

Bei Fernsehauftritten des türkischen Staatschefs beleidigte sie Erdogan stets. Dies zeichnete ihr Ehemann auf – und zeigte seine Frau an.

          1 Min.

          Ein 40 Jahre alter Türke hat einem Medienbericht zufolge seine zwei Jahre jüngere Ehefrau wegen Beleidigung von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angezeigt. Der Lastwagenfahrer habe die Frau mehrfach ermahnt, die Beleidigungen zu unterlassen, berichtete die regierungsnahe Zeitung „Yeni Safak“ am Montag auf ihrer Website. Seine Ehefrau habe ihn daraufhin aufgefordert, ihre Äußerungen aufzuzeichnen und sie anzuzeigen, was er getan habe.

          Den Angaben zufolge ist das Paar seit drei Jahren verheiratet. Die Anzeige wurde demnach bei der Staatsanwaltschaft im westtürkischen Izmir erstattet. Ob beziehungsweise wann der Fall vor Gericht kommen könnte, war unklar.

          „Ich habe sie gewarnt und ihr gesagt, dass unser Präsident ein guter Mann ist“, zitierte die Zeitung den Ehemann. Die Frau habe Erdogan aber stets beleidigt, wenn er im Fernsehen aufgetaucht sei – oder umgeschaltet.

          Er würde im Fall von Präsidentenbeleidigung selbst seinen eigenen Vater anzeigen, wurde der Mann zitiert. Seine Frau reichte dem Bericht zufolge inzwischen die Scheidung ein.

          Zuletzt waren in der Türkei vermehrt Journalisten, Blogger und einfache Bürger, darunter auch Jugendliche, wegen Präsidentenbeleidigung vor Gericht gebracht worden. Kritiker werfen Erdogan zunehmende Unnachgiebigkeit vor.

          Weitere Themen

          Tausende fliehen vor Bränden in Griechenland

          Starke Winde : Tausende fliehen vor Bränden in Griechenland

          Die griechische Feuerwehr meldet landesweit 86 neue Waldbrände binnen 24 Stunden. Mehrere Ortschaften wurden evakuiert. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwört die Bürger auf weitere harte Tage ein.

          Topmeldungen

          Nichts zu erzählen? Nach einer Pandemie eigentlich nicht verwunderlich.

          Gespräche nach der Pandemie : Haben wir uns noch was zu sagen?

          Wie verhalten sich Menschen nach anderthalb Jahren Pandemie in Großgruppen? Sehr gemischt: Aus dem gemeinsamen Gespräch ist die Luft raus, selbst das Thema Corona ist uns über. Dabei ist Small Talk sogar gesund.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.