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David Copperfield wird 60 : Der Houdini der Wüste

  • -Aktualisiert am

Mit seiner damaligen Freundin Claudia Schiffer wehrte sich David Copperfield gegen Medienberichte, die Verbindung sei nur ein Publicity-Stunt. Bild: dpa

Der Magier David Copperfield wird am heutigen Freitag sechzig Jahre alt. Er ist einer der beliebtesten Prominenten in den Vereinigten Staaten, wird aber immer wieder auch von negativen Schlagzeilen eingeholt.

          Millionen Amerikaner grübeln vermutlich bis heute. Ließ „Magic Man“ David Copperfield die Freiheitsstatue damals im Boden versinken? Oder zerlegten seine Helfer das Wahrzeichen New Yorks während des Zaubertricks im April 1983 in Stücke, um es durch die Luft verschwinden zu lassen?

          Wie jeder erfahrene Illusionist hüllt Copperfield sich über den Trick weiter in Schweigen. Vor einigen Wochen ließ der Magier die Fans lediglich an den damaligen Vorbereitungen teilhaben. „Die Regierung wollte erst nicht so recht. Deshalb bin ich zum Präsidenten gegangen“, verriet der Magier dem Radiosender NPR. Ronald Reagan habe schließlich zugestimmt, als Copperfield ihn davon überzeugte, seine Landsleute durch das Verschwinden von „Lady Liberty“ an den Wert persönlicher Freiheit zu erinnern.

          Mit Unterstützung des Präsidenten durfte der Zauberer schließlich die fast 100 Meter hohe, mehr als 200.000 Kilogramm schwere Freiheitsstatue unsichtbar werden und wieder erscheinen lassen, während Hunderttausende das Spektakel vor dem Fernseher verfolgten. Wie der Gang durch die Chinesische Mauer und die Flucht von der kalifornischen Gefängnisinsel Alcatraz gehört der „Vanishing act“ in New York bis heute zu Copperfields aufsehenerregendsten Zaubertricks.

          Sein Vermögen wird auf mehr als 800 Millionen Dollar geschätzt

          Der Magier, der an diesem Freitag seinen 60. Geburtstag feiert, gilt als Geschichtenerzähler seines Fachs. In der Spielerstadt Las Vegas zieht seine Show mit laserunterlegten Illusionen zu Raumschiffen und Dinosauriern jede Woche Tausende Besucher an. Das Vermögen des „Houdinis der Wüste“, wie das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“ Copperfield einmal nannte, wird auf mehr als 800 Millionen Dollar geschätzt. Unter den Auszeichnungen, die seine Villa in Las Vegas zieren, gehört neben 21 Emmys auch eine Urkunde der Washingtoner Library of Congress, die Copperfield als „Lebende Legende“ ausweist. Auf Hollywoods Walk of Fame ehrten ihn die Fans zudem mit einem rosafarbenen Stern, der Copperfield zu einem der beliebtesten Prominenten der Vereinigten Staaten macht.

           Im April 1983 ließ der Magier die Freiheitsstatue verschwinden.

          Der Magier, der am 16. September 1956 als David Seth Kotkin in der Kleinstadt Metuchen (New Jersey) zur Welt kam, wird aber auch immer wieder von negativen Schlagzeilen eingeholt. Mit seiner damaligen Freundin Claudia Schiffer, dem einstigen Supermodel aus Deutschland, wehrte er sich im Jahr 1997 gegen Medienberichte, die Verbindung sei nur ein Publicity-Stunt. Zehn Jahre später leiteten die Justizbehörden des Bundesstaates Washington Ermittlungen gegen ihn ein, als eine Schönheitskönigin behauptete, Copperfield habe sie vergewaltigt.

          Immer wieder musste sich der Magier auch juristisch gegen Autoren wehren, die Geheimnisse seiner Illusionen preiszugeben drohten. Sein Privatleben, das er seit einigen Jahren mit dem Model Chloé Gosselin und einer gemeinsamen Tochter teilt, hält er inzwischen ebenso geheim wie die Zaubertricks. Seinen Geburtstag heute verbringt Copperfield daher in einer Villa, die er sich vor einigen Wochen in Las Vegas’ Nobelenklave Summerlin gekauft hat – hinter hohen Mauern.

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