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Magellan-Reise vor 500 Jahren : Ein hoher Preis für den letzten Beweis

Am Ufer des Flusses Tejo: Das Denkmal der Entdeckungen ist den großen portugiesischen Entdeckern, darunter Ferdinand Magellan, gewidmet. Bild: dpa

Vor genau 500 Jahren legt in Spanien das erste Segelschiff an, das die Erde umrundet hat. Der Seefahrer Ferdinand Magellan stirbt auf der Reise – hinterlässt jedoch eine wichtige Erkenntnis.

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          Mehrere Schüsse Salut und Applaus empfingen am Donnerstag in Sevilla die „Victoria“. Vor genau 500 Jahren legte am 8. September 1522 am Ufer des Guadalquivir das erste Segelschiff an, das die Welt umrundet hatte. Am Donnerstag machte ein Nachbau unweit des Goldenen Turms fest – wieder mit einer Ladung Gewürzen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Karl I., der König von Kastilien und Aragon und spätere Kaiser Karl V., hatte den Portugiesen Ferdinand Magellan ursprünglich nur damit beauftragt, über den Atlantik einen westlichen Weg zu den Gewürzinseln zu finden. Pfeffer, Muskat und Zimt von den Molukken waren damals fast so viel wert wie Gold und Silber.

          Der menschliche Preis war hoch

          Aber die Reise brachte der Menschheit viel mehr: den letzten Beweis dafür, dass die Erde keine Scheibe, sondern wirklich eine Kugel ist. „Wir haben das ganze Rund der Welt entdeckt und umrundet, indem wir gen Westen gefahren sind und aus dem Osten zurückkehrten“, schrieb der Chronist Antonio Pigafetta, der auch an Bord war, nach der Rückkehr von der Fahrt, deren Bedeutung stolze Spanier mit der Mondlandung gleichsetzen.

          Der menschliche Preis dafür war hoch. Magellan war mit fünf Schiffen aufgebrochen. Nach 1082 Tagen kehrte nur eine Nao, wie diese bauchigen robusten Segelboote heißen, mit 18 Männern von der ersten ungeplanten Umrundung der Welt zurück, die in Sevilla mit letzter Kraft von der Mole zur Kathedrale pilgerten. Fast 250 Seeleute waren in See gestochen, unter ihnen auch drei aus dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Mehr als 200 starben oder desertierten auf der weitesten Reise, die Europäer bis dahin unternommen hatten.

          Bild: dpa

          Der baskische Steuermann Juan Sebastián Elcano brachte die Mission zu Ende; Magellan war bei Kämpfen auf der Insel Macatan durch einen vergifteten Pfeil ums Leben gekommen. Elcano erreichte die Molukken und füllte die Laderäume der Victoria mit Tonnen von Gewürzen. Sie waren so wertvoll, dass sie am Ende nicht nur die Kosten der gesamten Expedition deckten, sondern auch noch einen Gewinn einbrachten. Auf dem Heimweg segelte Elcano dann die afrikanische Westküste entlang. Nach mehr als 37.000 Seemeilen erreichte die Victoria am 6. September 1522 zunächst die Hafenstadt Sanlúcar de Barrameda, bevor sie nach Sevilla weiterfuhr, um ihre Ladung zu löschen.

          Meerjungfrau aus Bronze

          An der Mündung des Guadalquivir nahm die Rekonstruktion des Schiffs, das selbst schon einmal um die Welt gesegelt ist und in den vergangenen Monaten zahlreiche europäische Häfen besucht hatte, am Dienstag an einer großen Seeparade teil. Der spanische König Felipe VI. verfolgte sie vom spanischen Segelschulschiff aus, das den Namen des Steuermanns Elcano trägt, der selbst von einer zweiten Fahrt auf die Molukken nicht mehr lebend zurückgekehrt war.

          Der Monarch, mehrere Regierungsmitglieder und der portugiesische Außenminister waren am Donnerstag in Sevilla, wo mit einer mehrtägigen Feier die seit drei Jahren andauernden weltweiten Gedenkveranstaltungen zu Ende gehen. Dazu gehört auch die Show „Esfera Mundi“, bei der die Theatergruppe La Fura dels Baus eine mehr als drei Meter hohe und eine halbe Tonne schwere Meerjungfrau aus Bronze aus dem Wasser des Guadalquivir auftauchen lassen wird.

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