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Der Mann als Maßstab : Warum die Daten die Frauen diskriminieren

Sei es die Größe von Smartphones, der Sitz von Anschnallgurten oder das Verhalten im eigenen Haushalt: Bei der Berechnung von Alltagsdingen werden Frauen systematisch benachteiligt. Bild: www.plainpicture.com

Eine britische Aktivistin liefert neuen Diskussionsstoff. Für sie steht fest: Daten, die zu den großen und kleinen Entscheidungen über unser Zusammenleben beitragen, benachteiligen Frauen systematisch. Was steckt dahinter?

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          Angenommen, Sie sind eine Frau. Stellen Sie sich vor, es gäbe Smartphones mit Displays, die in Ihre etwas kleinere Hand passten. Sie hätten Arbeitszeiten, die so flexibel sind, dass es Ihnen gelänge, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. An einer dunklen Bushaltestelle müssten Sie nachts nicht Ausschau halten, ob da jemand wartet, der Ihnen nicht geheuer ist, weil Ihnen eine digitale Anzeige verräte, dass gleich ein Bus kommt. Und wenn Sie Ihren Browser starten und nach Bildern von Architekten und Virologen suchen, strahlen Ihnen lauter Gesichter entgegen, mit denen Sie sich identifizieren können.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Wenn Sie ein Mann sind, werden Sie mit den meisten dieser Szenarien wenig anfangen können. Es sind die Träume von Frauen, denen bewusst wird, dass viele gesellschaftliche Entscheidungsstrukturen ihre Perspektive vernachlässigen. Oft ist es nur ein Gefühl. Eine leichte Unzufriedenheit, ein Anschnallgurt, der unbequem sitzt, eine Spracherkennungssoftware, die eine weibliche Stimme nicht erkennt. Aber ein Gefühl reicht nicht aus, denn zahllose Menschen fühlen sich weltweit ungerecht behandelt.

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